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Texaner lassen „Gorbi“ hochleben: Höddelsen feiert Tag der Deutschen Einheit

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Von: Kai Zuber

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Eine Frau steht auf einem Stuhl und feuert unzählige ältere Menschen in einem Saal zum Mitmachen an.
Wo sie auftritt, ist Stimmung garantiert: Frontsängerin Heike Thielk riss die Menschen mit und ließ es zur Einheitstfeier in Dorfgemeinschaftshaus Höddelsen wieder krachen. © Kai Zuber

Schöner als die Schlagersängerin Ute Freudenberg konnte man einen Tag der Deutschen Einheit nicht besingen: „Du fuhrst im Käfer nach Paris, ich im Trabi an den Balaton. Wir glaubten, hinter’m Horizont geht’s immer weiter. Wir rauchten Karo und F6, Ihr den Duft der großen weiten Welt. Ihr wart wohl niemals richtig reich, doch auch nie pleite. Das Leben fing an, denn wir waren blutjung. Uns’re Gedanken frei, war uns die and’re Welt auch fremd und haben Mauern uns getrennt, im Herzen war’n wir immer eins.“

Höddelsen – Dieser Song „Auf den Dächern von Berlin“ wurde am Montag zum Tag der Deutschen Einheit im Höddelsener Dorfgemeinschaftshaus anlässlich der Party wie eine Hymne zelebriert und alle im vollen und mollig beheizten Saal summten mit. Die Dorfgemeinschaft Texas feierte ganz groß den Tag der Deutschen Einheit – gemeinsam mit den niedersächsischen Nachbarn aus Lüben, Erpensen, Wittingen, Langenbrügge und vielen anderen ehemaligen Grenzorten. Die Texaner nutzten die Gelegenheit und ließen „Gorbi“ und „Schere“ hochleben, denn Neuekrugs Altbürgermeister Udo Riechmann beschwor nicht nur doch einmal den Geist und die große positive Energie der Deutschen Einheit. Er wies auf die Personen in der Welt- und Regionalgeschichte hin, die diese Zeit besonders prägten: Michail Gorbatschow und die leider viel zu früh verstorbene Dährer Musiker-Legende „Schere“ Gerald Eggert.

Ein älterer Mann mit Brille spricht vor Zuhörern in ein Mikrofon.
Neuekrugs Altbürgermeister Udo Riechmann bei seiner Rede zum Tag der Einheit: „Lasst uns die letzten Vorurteile über Bord werfen.“ © Kai Zuber

Denn Letzterer spielte in Ost und West, sang Hymnen, die die Leute ihre Sorgen vergessen ließen und bei denen sie sich als Freunde in den Armen lagen. Heute setzen „Scheres“ Tochter Heike Thielk und Enkel Fabian das Erbe von Gerald Eggert fort. „Mögen wir also in Ost und West so viele Jahre nach dem Mauerfall auch die letzten Vorurteile über Bord werfen“, wünschte sich Udo Riechmann. Danach ging im Höddelsener Saal und im Festzeit die Party ab.

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