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Auf historischen Spuren

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Hartmut Bock zeigt eine der Scherben, die in Hohendolsleben gefunden wurde.

Hohendolsleben - Von Kai Zuber Die archäologischen Grabungen im Dährer Ortsteil Hohendolsleben werden fortgesetzt. Derzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Mitglieder des Vereins Junge Archäologen der Altmark. erkundeten bereits vor Ort, welche Schwerpunkte sie in diesem Jahr setzen wollen.

„Wir graben an zwei Stellen gleichzeitig und wollen dabei den historischen Übergang von der frühmittelalterlichen Siedlung zum Rundling erforschen. Es gibt noch viel zu entdecken“, ist sich Vereinschef Hartmut Bock sicher. Er verweist auf die Scherbe eines Kugeltopfes. Viele dieser uralten Haushaltsreste konnten während der jüngsten Grabung sicher gestellt werden. Die frühmittelalterliche Siedlung wurde im 12. Jahrhundert aufgelöst. Offizieller Start für das neue zweiwöchige Sommer-Grabungscamp in Hohendolsleben ist Montag, 14. Juni, doch Hartmut Bock gab der Altmark-Zeitung bereits vorab einen Einblick in den aktuellen Stand der Forschungen.

Die neue Grabung soll demnach das Rundlingsdorf weiter erforschen. Die jungen Archäologen vermuten, dass dort Slawen und Deutsche zusammen gesiedelt haben. Als Indizien dafür dienen unter anderem einige slawische Flurnamen. Im Gegensatz dazu sei laut Hartmut Bock das benachbarte Siedendolsleben ein ausschließlich von Deutschen besiedeltes Dorf gewesen. Im Hohendolsleber Rundling erfolgte die Umsiedlung offenbar im 12. Jahrhundert durch mindestens drei Höfe, die zuvor im Umfeld verstreut waren.

Eine gemeinsame Besiedlung wäre zur damaligen Zeit recht ungewöhnlich, denn Deutsche und Slawen lebten zuvor viele Jahre im Krieg um den engen Lebensraum entlang der Siedlungsgrenzen im Osten. In Zusammenarbeit mit dem Landesamt Halle erkundeten die Jungen Archäologen in Hohendolsleben bereits Reste von vier Grubenhäusern und zwei Wirtschaftsgebäuden. Bezeichnend für die damalige Zeit sind die Acht-Pfosten-Häuser mit Kuppelöfen.

In den kommenden Wochen wartet nun ein neuer Grabungsabschnitt auf die Vereinsfreunde. „Es bleibt also weiter spannend in und um Hohendolsleben“, so Hartmut Bock.

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