Leckere Knollen mit Musik

Historische Kartoffelernte im Diesdorfer Freilichtmuseum

Historische Kartoffelernte
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Historische Kartoffelernte beim Museumsfest in Diesdorf: Alte Technik kam zum Einsatz.
  • VonKai Zuber
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Für des Altmärkers liebste Knolle, die Kartoffel, waren die Niederschläge in der entscheidenden Wachstumsphase des Sommers etwas zu gering, lautete am Sonntag, 29. August, das Fazit der Experten direkt vom Diesdorfer Museumsacker im Schatten der alten Bockwindmühle. Daher sei die Knollengröße bei der Ernte auch etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagten Uta Barthel und Elisa Thunecke beim Verkauf der außergewöhnlichsten Sorten der Ackerfrüchte.

Bei der Erntevorführung am Sonntag, 29. August, hatte Petrus zum Glück für wenige Stunden ein Einsehen und revanchierte sich mit einer kurzen Regenpause. So konnte zumindest der Hauptpart der historischen Kartoffelernte „wie vor 100 Jahren“ mit Aktionen für Groß und Klein über die Open-Air-Bühne gehen.

Birte Giese bei der historischen Kartoffelernte im Schatten der Bockwindmühle.

Die Musik dazu lieferte die wunderbare „Brass-Band Stendalia“, die zur Freude des Publikums mit beliebten Klassikern wie dem „Olsenbanden-Song“ oder der epochalen Filmmusik aus den „Glorreichen Sieben“ aufwarteten. Beim Museumsfest „Hoppen un ´ Tüffeln“ erklärte Torsten Barthel die verschiedenen Methoden bei der Kartoffelernte: von der Handlese über die Pferdearbeit hin zur „modernen“ Traktoren-Ernte. Am Rande des Ackers wurden die Kartoffeln dann nach Größe und Qualität sortiert.

Klaus Merda (Mitte) am Rande des Ackers beim Sortieren der Knollen.

In historischer Kleidung und mit alter Erntetechnik holen die Heimatinteressierten aus Dähre und Umgebung die in der Feldflur des Museumsdorfes angebauten Kartoffeln ein. Darunter waren auch alte, heute nur noch selten zu findende Sorten. Geerntet wurde auch der Hopfen, einst wichtiges Exportprodukt der Altmark. In das Alltagsleben früherer Generationen eintauchen konnten die Besucher auch bei den humorvoll gestalteten preußischen Schulstunden mit Dorfschullehrer Heinz-Günter Klaas. Böttchermeister Heinrich Gades führte durch seine Museumswerkstatt und auch die über 200 Jahre alte Bockwindmühle sowie die Sonderausstellung „Als Tante Frieda ein junges Fräulein war“ standen den Gästen ebenso offen wie die Holzwerkstatt, die Spinnvorführung, das Besenbinden, Korbflechten, der Kartoffeldruck und das Hopfendoldenzupfen. Mit Pellkartoffeln, loser Wurst, Kräuterquark und Matjes belohnt wurden nach getaner Arbeit aber nicht nur die Dährer Heimatinteressierten, sondern auch die Gäste. So war es auch vor 100 Jahren am Rande des Kartoffelackers Brauch.

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