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Hildegard-Knef-Abend in Diesdorf: Rote Rosen für eine Diva

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Von: Kai Zuber

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Zwei junge Frauen mit blonden Perücken sitzen auf einem roten Sofa und spielen Szenen aus dem Leben der Film-Diva Hildegard Knef nach.
Die zwei Seiten der Diva: Josefine Ella Rau (Hilde in Weiß) und Susan Ihlenfeld als Knef ganz in Schwarz. © Kai Zuber

Zwei Seelen lebten einst in der Brust von Hildegard Knef. Mindestens. Eine schwarze und eine weiße. Dazu hatte die Persönlichkeit der bekannten Diva mit der dunklen Stimme aber noch viel mehr Facetten. Viele davon brachte das Ensemble des Theaters der Altmark in der Hilmsener Scheune des Freilichtmuseums gekonnt auf die Bühne. Rote Rosen regnete es damit für eine ganz besondere Diva, die aus dem zerbombten Berlin der Nachkriegszeit zu einem der international bekanntesten Stars wurde.

Diesdorf – Ein wunderbarer Hildegard-Knef-Abend im Diesdorfer Freilichtmuseum ohne die unvergessenen Lieder – das ging natürlich gar nicht. Und so erklangen „Eins und eins“, „Von nun an ging´s bergab“ und natürlich „Wenn das alles ist, dann lass uns leben so lange es geht . . .“

Rund 40 Zuschauer sitzen in einer historischen Scheune und schauen gemeinsam in Richtung Bühne.
Die Zuschauer in der Hilmsener Scheune im Freilichtmuseum Diesdorf waren begeistert von dem Programm, das das Ensemble des Theater der Altmark auf die Bühne gezaubert hatte. © Kai Zuber

Und natürlich regnete es in der Hilmsener Scheune dann rote Rosen– auch für das famose Gesangsduo Josefine Ella Rau (Hilde in Weiß) und Susan Ihlenfeld als Knef ganz in Schwarz. Beide Charaktere ergänzen sich zu einer komplexen Persönlichkeit voller Selbstzweifel und zeigten mit zahlreichen Anekdoten, Erzählungen und Rückblenden das Leben der Diva als junge Frau und als reife Dame. Die erste Liebe gab es in Berlin: „Mit 15 traf ich Walter vom Fahrkartenschalter . . .“ Dann wurde Hildegards Talent entdeckt und es ging sogar nach Übersee in die USA. Doch zuerst drehte sie im zerstörten Berlin noch den ersten deutschen Nachkriegsfilm. „Ich hatte nicht gelernt zu leben, sondern nur zu überleben“, sagte Knef später. Als sie nach Amerika ging, fühlte sie sich als „Ami-Kriegsbraut“. In Hollywood erfuhr sie das Wolfsgesetz der schönen Künste: Nur die harten überleben. Wunderbar unterstützt wurde das Gesangsduo von Niclas Ramdohr am Klavier und Lars Düseler am Bass. Und passend zum Knef-Outfit hatten alle natürlich blonde Perücken auf. Fazit: „So oder so ist das Leben!“ Das begeisterte das Diesdorfer Publikum, und bis heute hat die Sängerin Ella Fitzgerald wohl den trefflichsten Satz über Hildegard Knef gesagt: „Sie ist die beste Sängerin ohne Stimme.“

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