Schweine in Stapen: 500 Euro für Diesel angewiesen / Weiteres Tier eingeschläfert

Heizung aus, Heizung an

Sebastian Schneider gehört zum Team, das sich in Stapen um derzeit 129 Schweine von Rüsselheim kümmert. Bis zum 2. Februar müssen die Schweine woanders untergebracht werden. Foto: Archiv / ha

Stapen. „Nein, voraussichtlich nicht mehr diese Woche“, widersprach gestern Reinhold Kassen von Animal Peace / Rüsselheim Gerüchten, denen zufolge die Rüsselheim-Schweine (s. Infokasten) umgehend aus Stapen abtransportiert werden. Er hoffe auf die nächste Woche.

Mit welchen Höfen man im Gespräch sei, wollte er nicht kundtun. Eine schnelle Lösung bleibt aber im Rahmen des Möglichen. Vertreter vom Verein Rüsselheim suchen seit längerem mit Amtshilfe aus Salzwedel einen Gnadenhof für die Tiere. Der zuständige Kreisdezernent Hans Thiele sagte auf Nachfrage, der Schweinebestand sei seit gestern vom Veterinäramt freigegeben. Das heißt, der Verein hat einen Platz gefunden, der laut Veterinären vor Ort für die Schweinehaltung geeignet ist.

Kurzzeitig stand gestern im Raum, dass die Familie, die die Schweine in Stapen betreut, von Rüsselheim kein Geld mehr für das amtlich angeordnete Heizen der Ställe bekommt. „Ich habe 500 Euro anweisen lassen“, sagte Reinhold Kassen, danach befragt. Er habe davon gehört, aber Rüsselheim-Chefin Doris Rauh tagsüber nicht erreicht. Durch die Summe erhoffe er sich die Möglichkeit, das Erbringen des nötigen Heizgeldes – 500 bis 800 Euro am Tag, da zwei Dieselgeräte in Betrieb sind – zu klären. Hans Thiele wusste vom Heizkostenproblem und machte sich für eine tierschutzgerechte Lösung stark. Ein Nichtbeheizen der Gebäude widerspricht Anweisungen durch den Altmarkkreis, bei Nichteinhalten drohen Straf- und Ordnungsgelder.

Ein weiteres der Schweine wurde gestern eingeschläfert. Es war über Nacht von Artgenossen verletzt worden und hatte u.a. einen Beinbruch. Das Veterinäramt überging damit Doris Rauh, die das Schwein nicht töten lassen wollte, wie zu erfahren war.

Von Steffen Hamann

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