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Heftige Kritik während der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Tangeln

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Von: Kai Zuber

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Ehrung auf Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Tangeln
Alle Geehrten und Beförderten bei der Feuerwehr Tangeln auf einen Blick. Neben den Feierlichkeiten gab es bei der Jahreshauptversammlung aber auch viel Kritik. © Zuber, Kai

Bei der Feuerwehr Tangeln „qualmte“ es am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung ordentlich. Dutzende Kritikpunkte sprach Tangelns Wehrleiter Tim Krause bei seiner Rede im vollen Saal des Dorfgemeinschaftshauses an. Zuvor äußerte bereits Dietmar Knoke als Vorsitzender des rund 100-köpfigen Fördervereins seinen Unmut zu einem wichtigen Punkt: Der geplanten Gründung einer Kinderfeuerwehr.

Tangeln – „Wir haben bei der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf einen schriftlichen Antrag gestellt und haben bis heute keine Antwort erhalten“, schilderte Wehrchef Tim Krause und führte fort: „Wir haben hier mit 28 Mitgliedern und 21 Aktiven eine Top-Feuerwehr, aber die Motivation ist aktuell bei null“. Daraufhin listete er seine Kritikpunkte auf.

Kontakt-Flaute vom VG

Mit fast 20 Quadratkilometern Einsatzgebiet, 21 Einsätzen, 42 Stunden Einsatzdienst und Risiko-Schwerpunkten wie die Bundesstraße 248, die Kita, die Biogasanlage und das Schloss Neumühle sei die Feuerwehr Tangeln wichtiger denn je. Trotz guter Vorbereitung zur Gründung der Kinderfeuerwehr sei dieses Vorhaben offenbar abgelehnt wurden, weil dadurch die Nachwuchstruppe in Beetzendorf geschwächt würde, vermutete der Wehrleiter.

Ein weiterer Punkt ist neben dem Oldtimer-Feuerwehrfahrzeug Baujahr 1977 das Gerätehaus. Weil hier die Einsatzbekleidung durch die Fahrzeuge mit Dieselabgasen kontaminiert ist, soll der Lagerraum geteilt und später als Umkleide genutzt werden. Nach einer durch die VG eingeleiteten Vermessung des Projekts gab es dann eine Kontakt-Flaute zum Träger der Feuerwehr – bis heute. „Das war die nächste Backpfeife für unsere motivierte Truppe“, betonte Krause.

Beförderung durch Wehrleiter Tim Krause
Wehrleiter Tim Krause (l.) mit VG-Sachbearbeiter Bert Juschus (m.) bei den Beförderungen. © Zuber, Kai

„Nicht wertgeschätzt“

Doch damit nicht genug: Im November 2020 war bei der sauber vorgenommenen Winterfestmachung ein rund 50 Jahre altes Asbestrohr geplatzt. „Es sollte aber nur ein Schuldiger gesucht werden. Doch das sind wir nicht. Wir haben alles richtig gemacht und wollen mit einer weißen Weste aus der Sache herausgehen“, so Krause. Seitens der VG vermisste die Truppe auch hier Rückhalt. Stattdessen habe man der Feuerwehr gegenüber der Presse ein Maulkorb verpasst.

Lehrgänge wurden abgelehnt, Mails nicht beantwortet und auf ein Notstromaggregat wartet die Wehr Tangeln auch. „Seid ehrlich zu uns und hört auf, Dinge zu versprechen, die dann nicht eingehalten werden. Auch kleine Wehren sind wichtig. Wir fühlen uns hingehalten und nicht wertgeschätzt“, sagte Krause direkt zu Bert Juschus. Der konterte und gab den Ball weiter an die VG-Wehrleitung: „Ich bin nur Sachbearbeiter. Bei uns liegt kein Antrag zur Kinderfeuerwehr vor. Der Antrag von Rohrberg diesbezüglich ist genehmigt worden“, sagte Juschus und versprach ein klärendes Gespräch.

Folgende Ehrungen und Beförderungen wurden vorgenommen: René Schmidt ist 20 Jahre bei der Feuerwehr, Fabian Schulze wurde zum Feuerwehrmann befördert, Matthias Feldmann zum Oberfeuerwehrmann, und Kevin Raßmuß zum Löschmeister. Falko Otte, Rüdiger Jordan, Thomas Fricke und Dietmar Jaeger wurden in die Ehrenabteilung aufgenommen.

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