Oster-Symbole aus aller Welt

Hartmut Förster und Michael Kaminski begeistern mit Ausstellung in Lüdelsen

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Österlich: Hartmut Förster (r.) und Michael Kaminski faszinierten mit ihrer ganz besonderen Ausstellung im Lüdelsener Gemeindesaal.

Lüdelsen – Den Zeitpunkt hätte das Duo der Ausstellungsmacher besser nicht wählen können: Pünktlich zum bedeutendsten Fest der Christen zeigten sie Oster-Symbole aus aller Welt.

Der Pfarrer im Ruhestand Hartmut Förster aus Lüdelsen sowie der Journalist und Sammler Michael Kaminski aus Wittingen faszinierten am Wochenende mit ihrer ganz besonderen Ausstellung im Lüdelsener Gemeindesaal das breite Publikum.

Dort war nicht nur eine historisch eindrucksvoll dargestellte Zeitreise, sondern dazu auch noch eine kurzweilige Weltreise möglich, die die Gäste im Ausstellungssaal bequem zu Fuß in nur wenigen Schritten zurücklegen konnten. Ein Lila-Schmunzelhase am Eingang begrüßte die Gäste, die Michael Kaminski sogleich kenntnisreich unter seine Fittiche nahm.

Versteht man unter Oster-Symbolik nur Hase, Ei und Küken? Mitnichten. Störche, Känguru, Fuchs, Auerhahn und viele andere Tiere haben einen konkreten Oster-Bezug in einigen Kulturen, wie Kaminski aufzeigt. Dann präsentiert der Experte eine Abendmahl-Schnitzerei aus Perlmutt, die in Jerusalem gefertigt wurde entlang seiner österlichen Weltreise. Dazu ein Hungertuch aus Oberammergau und Dokumentationen von heiligen Gräbern aus Kirchen in Gernrode, Diesdorf und Görlitz.

Zu den Ausstellungsstücken gehörte auch ein Andenken von Papst Johannes Paul II., dem Kaminski einst bei einem Treffen begegnete. Besonderheiten stellen Ostereier aus China mit Wilhelm-Busch-Motiven, ein Altar mit der Ölberg-Szene sowie Andenken einer Reise zum Wallfahrtsort Walldürn dar. Abgerundet wurde die Schau in Lüdelsen durch österliche Motive, welche die jungen Pretzierer Briefmarken-Freunde liebevoll zusammengestellt hatten.

Weitere Besonderheiten der Ausstellung sind die gezeigten österlichen Beichtzettel, die Konfirmandenscheine, die bunten, historischen Osterkarten und die bemalten Eier aus Österreich, Kroatien, Polen, Russland, Israel und vielen anderen Ländern. Eines der Eier stammt sogar aus der Grabeskirche in Jerusalem.

Auch Osterkalender waren einst üblich. „Sie veranschaulichten die Tage vom Palmsonntag bis Ostern“, erklärt Hartmut Förster und zeigte sogleich die eindrucksvollen Fasten-Krippen (Ölberg-Szene, Geißelung Jesu, Aufsetzen der Dornenkrone, Kreuzigung, Auferstehung) aus seiner Sammlung.

Doch auch mit etwas kritischem Hohn und Spott blickten die beiden Ausstellungsmacher auf Ostern – nämlich auf die Kommerzialisierung des christlichen Festes durch die Schokoladen- und Kitsch-Industrie.

Fazit: Ein wunderbarer Streifzug durch das Fest aller Feste. Wer nicht bei der Lüdelsener Ausstellung war, der hat eindeutig ein Stück von Ostern verpasst.

VON KAI ZUBER

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