1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Beetzendorf-Diesdorf

Wenn Steine Geschichten erzählen

Erstellt:

Von: Kai Zuber

Kommentare

Ein älterer Mann mit Mütze steht neben einem historischen Wegestein.
Wenn Steine Geschichten „erzählen“, hört er genau zu: Jübars Ortschronist Hartmut Bock an einem der beiden alten Wegesteine aus dem 19. Jahrhundert. Diese selten gewordenen Zeitzeugen stehen heute unter Denkmalschutz. © Kai Zuber

Historische Wegesteine erzählen als fast vergessene Relikte der alten ländlichen Infrastruktur zuweilen spannende Geschichten. Früher waren sie wichtige Wegweiser für Bauern, Reisende und Händler. Jübars Ortschronist Hartmut Bock erklärt die Bedeutung der alten, befestigten Handelswege und damit auch der behauenen Steine mitsamt ihren Ortsnamen.

Jübar – Einer dieser Steine war jüngst bei Erntearbeiten von der schweren Technik angefahren, dann jedoch wieder aufgestellt worden. Zwei dieser Wegesteine stehen in der Nähe von Jübar am so genannten alten Stadtweg. Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind beschriftet. „Der alte Stadtweg war für den Handel in der ländlichen Region von großer Bedeutung“, erklärte Hartmut Bock, der das Wegenetz ausführlich erforscht hat. Der Weg führte unter anderem von der Hansestadt Salzwedel nach Brome und auch somit auch von Jübar nach Brome. „Die Bauern nutzten ihn, um auf den Märkten von Brome und Salzwedel zum Einkaufen zu fahren. Auch Hanum hatte einen Anschluss an den alten Stadtweg“, erklärt der Hobby-Historiker vor Ort. Die beiden alten Wegesteine stehen unter Denkmalschutz. Sie sollen für die Nachwelt unbedingt erhalten bleiben. Dafür macht sich unter anderem die Untere Denkmalschutzbehörde des Altmarkkreises Salzwedel stark. Der erste Stein steht dort, wo der alte Postweg den Stadtweg kreuzt. Deutlich erkennt man noch die Inschriften, die einst den Reisenden nach Mehmke, Lüdelsen und Jübar den Weg wiesen. Der zweite Stein weist an einer weiteren Kreuzung den Zugangsweg nach Neuenstall und dann weiter nach Brome und Jübar. Längst werden viele der alten Hauptstraßen nicht mehr von Pferdewagen befahren, doch einige der Verbindungen wurden im Zuge der Industrialisierung befestigt und weiter ausgebaut.

Auch interessant

Kommentare