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Nur halber Ertrag bei den Ackerfrüchten

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Der Regen bringt zwar einigen Segen, doch für eine komplette Durchweichung des Bodens ist noch wesentlich mehr Niederschlag nötig. Die Landwirte beklagen etliche Ernteausfälle und schwierige Bedindungen.
Der Regen bringt zwar einigen Segen, doch für eine komplette Durchweichung des Bodens ist noch wesentlich mehr Niederschlag nötig. Die Landwirte beklagen etliche Ernteausfälle und schwierige Bedindungen. © Zuber

Altmark. „Die aktuellen Hilfsprogramme in Sachen Dürre in der Landwirtschaft laufen auch hier in der Region schwierig an, sind mit nicht unerheblichen Hürden behaftet und bergen zu viel Bürokratie in sich."

Das sagt Annegret Jacobs, Geschäftsführerin des Bauernverbandes im Altmarkkreis Salzwedel. Dabei hatte gerade in den vergangenen Monaten die Rekord-Dürre die sandigen Böden der westlichen Altmark voll im Griff.

Nur etwa der halbe Ertrag bei den meisten Ackerfrüchten wurde laut Jacobs im Vergleich zum Vorjahr eingebracht. Der Regen bringt nun endlich den lang erhofften Segen, doch für ein komplettes Durchweichen des Bodens sei noch mehr nötig, betont die Geschäftsführerin.

Der Niederschlag erleichtert die laufende Rübenernte und die Aussaat beziehungsweise das Keimen des Wintergetreides. Die Landwirte des Bauernverbandes im Altmarkkreis Salzwedel bewirtschaften derzeit insgesamt rund 95 000 Hektar Acker und etwa 31 000 Hektar Grünland. „Nach dem ersten Schnitt auf den Wiesen war für viele unserer Landwirte leider Schluss“, bemerkt Jacobs weiter. Einen zweiten Schnitt zu tätigen – dazu kam es bis auf wenige Flächen in feuchten Niederungen meist nicht. Aktuell läuft unter der vielerorts vorherrschenden Regie der Uelzener Zuckerfabrik die Zuckerrübenernte. Annegret Jacobs konstatiert auch hier „schwierigste Erntebedingungen“.

Selbst die moderne Technik gerät auf dem staubtrockenen Boden an ihre Grenzen. Viele Rüben werden nicht erreicht oder sie brechen ab, weshalb viele Bauern die Erntetermine nach hinten verschoben haben. Auch die frisch eingebrachte Saat des Wintergetreides braucht dringend Niederschlag, um zu keimen.

Auch viele Kartoffeln müssen noch aus dem Boden. Fazit hier: Der Ertrag wird sich, bis auf einige künstlich bewässerte Kulturflächen, auch halbieren, was die Preise für die Erdknollen nach oben treiben und den Verbrauchern in diesem Jahr kürzere Pommes Frites bescheren wird. Ein schwieriges Erntejahr geht auch für den bereits eingebrachten Mais zu Ende: „Er musste früh geerntet werden, brachte bald keinen Zuwachs mehr und die trockenen Pflanzen standen bald nur noch wie Tabak auf dem Acker“, resümiert Annegret Jacobs.

Von Kai Zuber

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