Bürgermeister Heinrich Schmauch stellt Etat-Entwurf 2013 vor

„Haben unser Geld zusammengehalten“

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Beetzendorf. Die Gemeinde Beetzendorf steht gut da: Im vergangenen Jahr stieg die Einwohnerzahl um elf auf fast 3300, und auch die Finanzen stimmen.

Darüber ist sich Bürgermeister Heinrich Schmauch trotz der Unsicherheiten um die Umlagen an Altmarkkreis und Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf schon recht sicher, wie er während der Hauptausschusssitzung am Donnerstagabend erklärte.

Zeit für eine Reaktion in Richtung Dähre war auch. Von dort war zuletzt der Wunsch nach einem „Solidarpakt“ oder einem „Länderfinanzausgleich“ innerhalb der VG aufgetaucht, um das dortige Waldbad zu retten – die Gemeinde Dähre kann es allein nicht betreiben. „Dähre hat sein Geld Anfang der 90er ausgegeben“, schätzte Heinrich Schmauch ein. Die eigene Maßnahme könne man sich „nur leisten, weil wir unser Geld zusammengehalten haben.“ Außerdem gab es eine Wirtschaftlichkeitsprüfung für den Umbau des Stölpenbads.

Im Hauptausschuss wurden die Eckdaten für den Gemeinde-Etat 2013 genannt. „Was wir wissen: Die Kreisumlage steigt um drei Prozent“, so Schmauch, der davon ausgeht, dass der Kreistag diese Erhöhung beschließt. Deswegen rechnet der Bürgermeister damit, rund 100 000 Euro mehr an den Landkreis abführen zu müssen, wesentlich mehr als 2012, weil zudem sich die Gewerbesteuereinnahmen erhöht haben– um 40 000 Euro. Auch die Einnahmen aus den Grundsteuern A und B seien gestiegen.

Die drei Prozent mehr für die Kreisumlage machen aber allein schon rund 61 000 Euro aus, referierte Schmauch. Allein durch die stärkere Steuerkraft erhöht sich die VG-Umlage um 38 000 Euro, so der Bürgermeister. Er will eine „unselige Diskussion“ um die VG-Umlage erkannt haben: Da geisterten 58 Prozent umher, sagte er, er erwarte 47 Prozent, das seien drei Prozent mehr als 2012. „Die ständigen Beiträge an die VG kommen noch dazu“, betonte Heinrich Schmauch. Summa summarum rechne er mit 200 000 Euro für beide Umlagen, auch wenn die noch nicht beschlossen sind.

„Ganz wenig Spiel im Vermögenshaushalt“ habe die Gemeinde, sagte Heinrich Schmauch. Finanziell aufwändig sind natürlich die Stölpenbadsanierung und der Bau des Gebäudes für die Beetzendorfer VG-Verwaltung samt Bibliothek Beetzendorf. Beides belaste den Haushalt aber nicht. So wurden zum Beispiel von 600 000 Euro für das Bad 2012 nur 167 000 Euro ausgegeben und der Rest zurückgestellt. Die Rücklage von 2012 beträgt stolze 962 000 Euro und ist damit um 30 000 Euro geringer als im Vorjahr. Allerdings hat Beetzendorf, wie Heinrich Schmauch berichtete, nur noch einen einzigen Kredit in den Büchern – über 28 000 Euro. Alle anderen wurden zum Jahresende abbezahlt.

„Der Verwaltungshaushalt soll in keinster Weise geändert werden, um die Aktivitäten in den Orten zu gewährleisten“, betonte Heinrich Schmauch unwidersprochen. 2012 hatte die Gemeinde im Verwaltungshaushalt großzügig geplant, weswegen am Jahresanfang ein Fehlbetrag von 128 000 Euro errechnet worden war, am Ende blieben aber 46 000 Euro Überschuss übrig, referierte VG-Kämmerin Dorlis Reimann. An nicht ausgegebenen Kassenresten kamen satte 210 000 Euro zusammen.

„Wir haben einen Gemeinderat, der die Kirche im Dorf lässt“, freute sich Heinrich Schmauch. Der Etat habe Spielräume, „die müssen wir aber nicht ausnutzen“. Für 2013 kalkuliert die Gemeinde erst einmal mit einem Fehlbetrag im Verwaltungshaushalt in Höhe von 69 000 Euro – bei gleicher VG-Umlage, die sich wie erwähnt noch ändern kann. Hingegen könnte insgesamt ein Überschuss von 280 000 Euro am Jahresende 2013 verbleiben. So ähnlich war es am Jahresanfang 2012: Da plante die Gemeinde einen mit einem Überschuss von 409 000 Euro, am Ende wurde daraus eine Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 30 000 Euro.

Der Gemeindehaushalt wird während der nächsten Ratssitzung beraten, die erst stattfinden soll, so Schmauch, wenn die Höhe der VG-Umlage feststeht.

Von Steffen Hamann

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