Geänderte Einzugsbereiche sollen sinkenden Schülerzahlen entgegenwirken

Grundschulschließungen derzeit noch kein Thema in der Verbandsgemeinde

Grundschule Kuhfelde
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Die Grundschule in Kuhfelde ist eine von fünf Grundschulen in der VG Beetzendorf-Diesdorf. Für Kuhfelde, Apenburg und Jübar wird in der Schulentwicklungsplanung eine Anpassung der Schuleinzugsbereiche vorgeschlagen.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Über die Schuleinzugsgebiete hat der Einrichtungs- und Sozialausschuss des Verbandsgemeinderates Beetzendorf-Diesdorf während seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch, 6. Oktober, beraten. Grundlage für die Diskussion war die Schulentwicklungsplanung, in der langfristig mit deutlich sinkenden Schülerzahlen gerechnet wird. Trotzdem sollen keine Grundschulen geschlossen werden, wenn die Prognosen eintreten sollten, sondern stattdessen Schulverbünde gegründet und Schuleinzugsbereiche verändert werden, hieß es in der Sitzung.

„Wir sind als Verbandsgemeinde beauftragt, für die Schuljahre 2022/23 bis 2031/32 Stellung zu nehmen für den Altmarkkreis Salzwedel“, sagte der Sozialausschussvorsitzende Günther Serien. Denn der Kreistag wolle am 13. Dezember dieses Jahres einen Beschluss zur Schulentwicklungsplanung fassen.

In der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf gibt es fünf Grundschulen: Apenburg, Beetzendorf, Diesdorf, Jübar und Kuhfelde. In diesem Schuljahr werden diese Einrichtungen von insgesamt 464 Schülern besucht. Laut Prognose soll diese Zahl im Schuljahr 2023/24 bei 493 liegen, danach allerdings deutlich sinken: auf 413 im Schuljahr 2026/27 und sogar nur noch 358 im Schuljahr 2031/32. Für die Grundschule in Apenburg, die zurzeit 71 Schüler besuchen, liegt die Prognose für 2031/31 bei 68. In Beetzendorf soll die Schülerzahl in diesem Zeitraum von 126 auf 89 sinken, in Diesdorf von 117 auf 90, in Jübar von 83 auf 52 und in Kuhfelde von 67 auf 59.

„Wir haben Schülerbewegungen, die wir berücksichtigen müssen. Aus Kalbe ziehen Schüler nach Apenburg und von Salzwedel nach Kuhfelde“, erklärte VG-Bürgermeister Michael Olms. Auch in anderen Gemeinden und Städten würden die Schülerzahlen sinken.

„Sicherlich werden wir mit unseren Nachbarn sprechen müssen, auch über eine Änderung der Schuleinzugsbereiche“, sagte Olms. Eine Änderung sei aber nicht leicht, da viele Faktoren zu berücksichtigen seien, und benötige mindestens ein Jahr Vorlauf. Der VG seien die drei Schulen in Jübar, Apenburg und Kuhfelde bei der Anpassung der Schuleinzugsbereiche vorgeschlagen worden. „In Jübar wurde gerade erst saniert“, erinnerte der VG-Bürgermeister.

Und er verwies darauf, dass die VG mit anderen Gemeinden nicht nur Schüler austausche, sondern auch Geld: „Zum Beispiel geben wir an die Stadt Salzwedel jährlich 90.000 Euro.“

Eine Äußerung von Michael Olms ließ die Sozialausschussmitglieder und vor allem die Gäste aufhorchen: „Mittelfristig brauchen wir keine fünf Schulstandorte mehr. Der Rat entscheidet darüber, wir können Schulverbünde gründen.“

Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe zeigte sich enttäuscht von der Diskussion: „Wir können nur über die Kinder reden, die da sind.“ Man sollte nicht nur auf die Statistik schauen. Zudem würden demnächst in Beetzendorf, Diesdorf und Rohrberg neue Baugebiete erschlossen, allein in Beetzendorf 22 Baugrundstücke. Dadurch würden Familien mit Kindern in die Gemeinden kommen.

„Ich gebe Herrn Köppe recht, man kann nicht alles aus Statistiken ableiten. Der Rat entscheidet, wie die Entwicklung weitergeht, nicht die Verwaltung“, betonte Olms. Und Günther Serien stellte klar: „Es besteht keine Notwendigkeit, eine Schule zu schließen.“

Apenburg-Winterfelds Bürgermeisterin Ninett Schneider war der Ansicht, dass Prognosen ohnehin mit Vorsicht zu genießen seien. „Wir saßen vor fünf Jahren schon mal hier und haben über Schulschließungen gesprochen, und es ist nicht eingetreten“, sagte sie.

Michael Olms schlug vor, mit Carsten Borchert Kontakt aufzunehmen, „er kommt ja als Kreistagsmitglied an alle Zahlen ran“.

Schließlich stimmte die Mehrheit der Sozialausschussmitglieder für die Schulentwicklungsplanung.

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