1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Beetzendorf-Diesdorf

Grüne Energie regional

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Dr. Ernst Allhoff (v.l.), Eva Stützel und Christfried Lenz von der „BürgerEnergieAltmark“-Genossenschaft (BEA) informierten in Diesdorf über innovative Ökostrom-Gewinnung. BEA denkt über eine Zweigniederlassung im ländlichen Raum nach. Foto: Zuber
Dr. Ernst Allhoff (v.l.), Eva Stützel und Christfried Lenz von der „BürgerEnergieAltmark“-Genossenschaft (BEA) informierten in Diesdorf über innovative Ökostrom-Gewinnung. BEA denkt über eine Zweigniederlassung im ländlichen Raum nach. Foto: Zuber

Diesdorf. Wind-, Solarenergie und Erdwärme: Das sind aus Sicht der Vertreter der „BürgerEnergieAltmark“-Genossenschaft“ (BEA) die Eckpfeiler der regenerativen Energien von morgen. Die Mitglieder der Genossenschaft stellten sich in Diesdorf vor.

Im „Altmärkischen Café“ luden sie zum Gespräch ein und interessierte Bürger aus Diesdorf und Umgebung folgten der Einladung gern. Christfried Lenz, Ernst Allhoff und Eva Stützel warben für die Mitgliedschaft bei der BEA, doch es galt, einige Bedenken auszuräumen. Als wenig ökologisch wurden Massenansiedlungen von Biogasanlagen bezeichnet. Auch die Region Diesdorf sei mit fünf Standorten mehr als ausreichend abgedeckt, wie Daniel Rieck meinte. „Mit Biogasanlagen ist es wie bei Medikamenten vom Arzt: Die Dosis ist für die Verträglichkeit entscheidend“, so Ernst Allhoff. Die Abwärme der Anlagen müsse besser genutzt werden.

Angesprochen wurde auch der Sitz der BEA in Salzwedel. Man denke darüber nach, auch Zweigniederlassungen im ländlichen Raum zu errichten, um den kleinen Kommunen die Gewerbesteuer zukommen zu lassen, meinte Christfried Lenz. Geothermie, Wind und Sonne seien die Energieträger der Zukunft und schier unerschöpflich, hieß es. „Wir wollen allerdings keine Luftschlösser bauen – alles muss sich auch rechnen“, betonte Allhoff.

Stark kritisiert wurden die Braunkohle-Politik der Magdeburger Landesregierung sowie die Förderung von Erdöl und Erdgas mit Hilfe des so genannten Freckings. Hier werden unterirdisch beim Bohren regelrecht kleine künstliche Erdbeben erzeugt, um dann mittels Chemikalien die fossilen Energieträger an die Oberfläche zu befördern. „Auch das Auswaschen des erdölhaltigen Sandes ist umweltpolitisch nicht zu vertreten“, meinte Christfried Lenz. Grund: Giftige Rückstände belasten fast immer auch das Grundwasser. Gelänge dagegen die Speicherung ökologisch erzeugter Energien, hätten Konzerne und Lobbyisten ausgespielt, so Lenz weiter.

Positive Signale für autarke Öko-Energienetze gehen aus Sicht der Vertreter der „Bürger-EnergieAltmark“-Genossenschaft von den Orten Tangeln und Dardesheim am Harz aus. Interessierte können sich in beiden Dörfern von den jeweiligen Projekten überzeugen, empfahl Christfried Lenz.

Von Kai Zuber

Auch interessant

Kommentare