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Plastikfabrik in Flammen und giftige Gase: 28 Wehren waren mit 283 Aktiven im Einsatz

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Von: Kai Zuber

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Die riesige schwarze Rauchsäule des Feuers war über dutzende Kilometer weit zu sehen. © Zuber, Kai

Ein Großbrand, der am Freitagabend gegen 19 Uhr in Apenburg auf dem Gelände einer für Einsatzfahrzeuge schlecht zugänglichen Plastik- und Recyclingfabrik mit zahlreichen Containern ausgebrochen war, hielt den Ort und seine Bewohner über Pfingsten in Atem.

Apenburg - Giftige Gase traten im Zuge des Feuers in Apenburg aus, sodass Polizei und Einsatzleitung alle Bürger aufrief, Fenster und Türen geschlossen zu halten. 28 Wehren mit 283 Aktiven (davon 63 Atemschutzgeräteträgern) waren laut Ordnungsamt der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf im Einsatz, um den Brand zu löschen.

Die komplizierten Löscharbeiten zogen sich für Einsatzleiter Ronny Runge und seinen Unterstützer Christian Hein bis zum Pfingstsonnabend hin und so konnte das Gelände an jenem Tag erst um 13.47 Uhr an den Eigentümer übergeben werden.

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Beim Einsatz gestaltete sich die Löschwasserversorgung in der geforderten Größenordnung als schwierig und machte Nachforderungen von Tanklöschfahrzeugen aus dem gesamten Altmarkkreis notwendig. © Zuber, Kai

Laut dem zuständigen VG-Sachbearbeiter Bert Juschus kam zahlreiche Sondertechnik der Feuerwehr zum Einsatz, darunter eine Drohne, der Atemschutz-Gerätewagen und die das Experten-Team für gefährliche Stoffe der Feuerwehr Kalbe. „Große Unterstützung gab es durch die Frauen aus Apenburg-Winterfeld und die Bürgermeisterin Ninett Schneider. Sie haben sich sofort um die Verpflegung der Kameraden gekümmert“, lobte Juschus.

Beim Einsatz gestaltete sich die Löschwasserversorgung in der geforderten Größenordnung als schwierig und machte Nachforderungen von Tanklöschfahrzeugen aus dem gesamten Altmarkkreis notwendig. Die enorm große Hitzeentwicklung und die schwierige Zugänglichkeit zum Brandherd sowie die schnelle Ausbreitung des Feuers machten der Einsatzleitung zu schaffen.

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Die enorm große Hitzeentwicklung und die schwierige Zugänglichkeit zum Brandherd sowie die schnelle Ausbreitung des Feuers machten zu schaffen. © Zuber, Kai

Alle Atemschutzgeräteträger wurden enorm belastet, doch es gab auch private Helfer, die mit ihrer Technik den Einsatz unterstützten. Eine Vorbereitung einer Evakuierung von Einwohnern wurde in Erwägung gezogen. „Zum Glück gab es keine größeren Verletzungen bei den Kameraden, doch einige Schaulustige behinderten den Einsatz, was die Unterstützung durch die Polizei notwendig machte. Am Ende wurde der Einsatz toll gemeistert und allen Helfern gilt mein Dank“, konstatierte Juschus.

Der geschätzte Schaden beläuft sich auf zirka 100 000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern noch an, teilte das Polizeirevier Salzwedel am Montag mit.

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