Dahrendorfer Turmbesitzer kann Ausstellungsstücke und Fotos bekommen

Grenzland-Museum bietet Unterstützung an

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Besitzer Rainer Axmann im Turm: Nach der Sanierung des Objektes will er das historische Objekt der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Dahrendorf / Gifhorn /Schnega. Es geht Stück für Stück weiter vorwärts auf der Baustelle am ehemaligen Dahrendorfer Grenz-Beobachtungsturm, den der Gifhorner Rainer Axmann jüngst erworben hat (wir berichteten) und derzeit saniert.

Wie die AZ erfuhr, bietet das benachbarte Swinmark-Grenzlandmuseum im Schnegaer Ortsteil Göhr in Niedersachsen umfangreiche Unterstützung an.

„Der Dahrendorfer Turmbesitzer kann jederzeit Ausstellungsstücke, Fotos und historische Dokumente bekommen“, betonte Museumschef Dietrich-Wilhelm Ritzmann auf Anfrage der AZ. Unter anderem hat Ritzmann auch Fotos von der Zeit vor der Wende, als der besagte Beobachtungsturm der DDR-Grenztruppen noch in Betrieb war.

Im ganzen Turm sind neue Treppen eingebaut.

Der Kontakt zwischen Turmbesitzer und dem Museum ist bereits hergestellt. Nun soll die Zusammenarbeit im kommenden Jahr intensiviert werden. Dietrich-Wilhelm Ritzmann kann Rainer Axmann zudem viele wertvolle Tipps zur originalgetreuen Sanierung des Turms geben und auch mit einigen Exponaten aus dem Museumfundus helfen. „Ich war ja seinerzeit Grenzaufklärer auf der westlichen Seite des Dahrendorfer Grenzabschnitts“, berichtet Ritzmann.

An kaum einer Stelle entlang der ehemaligen DDR-Grenze in der westlichen Altmark belagerten sich seinerzeit die Grenzposten aus Ost und West derart wie im Abschnitt zwischen Schmölau und Dahrendorf. Zentraler Bestandteil dieses strategisch wichtigen Grenzabschnitts war die sogenannte Müssinger Höhe bei Wiewohl.

Das Swinmark Grenzlandmuseum bietet Führungen entlang der ehemaligen Staatsgrenze an. Die meisten Mauer-Relikte hat sich Dietrich-Wilhelm Ritzmann selbst gesichert: für sein Grenzlandmuseum. Schilder, wie „Halt Zonengrenze“, Grenzmotorräder, Kübelwagen, Grenzsäulen aus Beton, 40 komplette Uniformen von Zoll, Bundesgrenzschutz, NVA und Grenztruppen, Orden, Dokumente, über 500 Fotos und selbst Reste von Tretminen hat der Schnegaer gesammelt.

Exponate aus dem Swinmark-Grenzlandmuseum.

Auch der Dahrendorfer Turm ist regelmäßig Station bei den geführten Exkursionen von Dietrich-Wilhelm Ritzmann entlang der Grenze. Der unzerstörbar wirkende Betonturm ist als Teil der ehemaligen Grenzanlagen ein historisches Denkmal. Von den insgesamt einst 434 Türmen an der 1393 Kilometer langen innerdeutschen Grenze stehen heute nur noch wenige. „Es wäre daher schön, wenn der Turm wieder bei Führungen begehbar wäre“, sagt der Schnegaer Museumsmann.

Immerhin: Der erste Schritt dafür ist getan. „Bei einem Telefonat und einem Treffen vor Ort mit dem neuen Turmbesitzer könnten wir Details erörtern“, kündigte Ritzmann zuversichtlich an. Auch Rainer Axmann gab sich zuversichtlich: Nach der Sanierung des Turmes wolle er das historische Objekt der Öffentlichkeit zugänglich machen, betonte er auf Anfrage. Komplett neue Treppen sind mittlerweile im ganzen Turm eingebaut. Die alten waren völlig marode.

Von Kai Zuber

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