Erfolgreicher Projektstart in Diesdorf: Erste Pflegeaktion der Großsteingräber mit guter Resonanz gestartet

Graue Edelsteine wieder freigelegt

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Mitinitiatorin Amanda Hasenfusz (l.) von der Salzwedeler Kreisverwaltung ging am Sonnabend in Diesdorf am Hünengrab hinter der Raststätte mit gutem Beispiel voran. Ihrem Aufruf folgten dutzende weitere Helfer.

Diesdorf / Molmke. Es ist geschafft: Die erste Pflegeaktion der Großsteingräber ist mit guter Resonanz gestartet.

Die riesigen grauen Edelsteine, die den Tourismus in der Altmark weiter ankurbeln sollen, wurden unter anderem hinter dem Rastplatz unweit der Diesdorfer Tankstelle in Richtung Waddekath sowie an zwei weiteren Orten freigelegt.

Von Gestrüpp, Efeuranken, Brombeer-Dickicht und allerlei Unrat überwuchert, war das sehenswerte Hünengrab hinter der Tankstelle kaum mehr als solches zu erkennen. Dutzende Helfer fanden sich am Sonnabend nach einem Aufruf des Altmarkkreises Salzwedel ein, um das Projekt zu unterstützen. Allen voran Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß und seine Stellvertreterin Angelika Scholz.

„Wir arbeiten seit knapp einem Jahr am Thema Megalith-Route Altmark vernetzen, verhandeln und verbinden uns mit der Landesebene und schauen, wie europäische Varianten zu diesem Thema aufgestellt sind“, erklärte Mitinitiatorin Amanda Hasenfusz von der Pressestelle des Altmarkkreises.

Museums-Mitarbeiter Lothar Mittag (r.) räumte den neuen Pfad zum Großsteingrab frei. Die Begrenzungssteine sollen bleiben.

Der Pflegeeinsatz war ein erster offizieller Auftakt direkt an den Orten, die später Teil der neuen kulturtouristischen Route im Landkreis werden sollen. Unterstützt wird das Projekt unter anderem auch von Bürgern, Vereinen, Gewerbetreibenden und regionalen Unternehmen.

„Wir haben die Vermarktung der Großsteingräber nach einer aktiven Phase kurz nach der Wende lange schleifen lassen“, bekannte Kloß eventuelle Versäumnisse der Kommunen.

Mit Lothar Mittag vom Salzwedeler Danneil-Museum war auch ein ausgewiesener Experte in Diesdorf mit vor Ort. „50 solcher sogenannten Hünengräber gibt es derzeit in der Altmark, 42 davon befinden sich in unserem Kreis“, so der Forscher.

Viele der Gräber sind mithilfe der C 14-Kohlenstoffmethode auf die Zeit um 3600 vor Christus datiert. Sie sind also älter als die Pyramiden. „Leider befinden sich einige der Hügel abseits der Wege, doch das kann sich ändern“, betonte Mittag. „Die Pflege der Gräber soll langfristig die ABS Drömling übernehmen“, informierte Hasenfusz. Das große Grab nahe des Diesdorfer Rastplatzes ist mit seinen Resten der Grabkammern und der Umfassung noch recht gut erhalten. „An einigen Steinen sind Sprengspuren zu sehen“, erklärt Lothar Mittag die frühere Zweckentfremdung vieler Hünengräber für private bauliche Fundament-Projekte oder die Errichtung von Kriegerdenkmalen.

Von Kai Zuber

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