Sympathische Geste der neuen holländischen Hausbesitzer in Lindhof

Gräberfürsorge übernommen

Elisabeth Keijzer-Rhein (55) und Edwin Keijzer (54) haben auf dem Lindhofer Friedhof die Patenschaft für ein Grab übernommen. Ein zweites Grab soll demnächst hergerichtet werden. Foto: Zuber

kzu Lindhof. Auf dem kleinen, aber sehr idyllisch gelegenen Friedhof im Diesdorfer Ortsteil Lindhof gibt es nicht viele Grabstätten.

Auch auf diesem Gottesacker machen sich Abwanderung und Bevölkerungsrückgang recht drastisch bemerkbar: Es gibt immer mehr Rasen und Lücken zwischen den Grabstellen. Doch gerade gegen den drohenden oder bereits geschehenen Zerfall der Grabstätten möchten Elisabeth Keijzer-Rhein und Edwin Keijzer etwas unternehmen.

Die beiden Holländer stammen ursprünglich aus Rotterdam und sind sozusagen Neu-Lindhofer. Vor wenigen Monaten haben sie das rote Backsteinhaus am Ortsausgang nach Molmke ersteigert. Nun möchten sich die beiden sympathischen Niederländer so schnell wie möglich im altmärkischen Lindhof einleben: „Nachdem wir das Haus gekauft und besichtigt hatten, waren wir auf dem Friedhof. Und da hatten wir sehr schnell die Idee, zwei verfallene Gräber herzurichten und zu pflegen“, erklärt Elisabeth Keijzer-Rhein der Altmark-Zeitung.

Gesagt, getan: Die erste der beiden Grabstellen ist bereits fertig hergerichtet. Weißer Schmuckkies, Heidekraut und eine steinerne rote Rose zieren die Grabstelle. Die Rose passt zum Namen der jungen Frau, die hier 1924 im Frühling des Lebens ihre letzte Ruhestätte fand. „Die zweite Grabstelle, die wir wieder herrichten wollen, steht gleich daneben. Der Gedenkstein ist nach vorn umgefallen. Bis Allerheiligen soll das Grab wieder schmuck aussehen“, umreißt Edwin Keijzer das Ansinnen.

Der 54-Jährige und seine Frau haben in dem kleinen Ort in der Altmark bereits in kurzer Zeit ein zweites Zuhause gefunden und sich bereits mit vielen Nachbarn angefreundet. Das alte Backsteinhaus am Ortseingang soll nach und nach saniert werden. Geplant ist es, das Haus als idyllischen Altersruhesitz zu nutzen, so die Idee der beiden Niederländer.

Der Blick aus dem Fenster ist aus Sicht der neuen Besitzer der pure Luxus: Riesige Weiden, Pferde, grüne Felder und Wald. „Ich liebe die Ruhe und Abgeschiedenheit hier. Lindhof hat einen ganz besonderen Zauber. Man fühlt sich sofort im Urlaub, wenn man hier ist“, sagt Edwin Keijzer begeistert.

Den Kontakt mit Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß haben die beiden Rotterdamer bereits hergestellt. In den kommenden Monaten ist übrigens noch eine kleine Willkommensparty mit den Lindhofern geplant.

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