Bislang keine Probleme mit Weltkriegs-Munition

Für Glasfaser wird geschachtet

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Sahan Cihan (r.) zeigt stolz die Glasfaser-Rohre in Lindhof. Der Mannheimer arbeitet als Chef seines kleinen Bautrupps für schnelles Internet in der Altmark.

Lindhof / Drebenstedt – Die neue Glasfaser-Trasse, die der Zweckverband Breitband-Altmark (ZBA) derzeit zusammen mit dem Partner „GasLine“ in der westlichen Altmark verlegt, geht derzeit durch Lindhof.

Auch wenn diese Trasse mit modernen Sensor gestützten Horizontalbohranlagen durch das Erdreich getrieben wird, muss noch mit der Hand oder dem Bagger geschachtet werden.

Die Schachtarbeiten gehen weiter in Richtung Drebenstedt-Bornsen, Rohrberg und Beetzendorf.

So auch in der Ortslage Lindhof im Flecken Diesdorf. „Die Leerrohre für die Glasfaser-Leitung gehen von Wittingen bis nach Osterburg“, informierte ZBA-Chef Andreas Kluge die Altmark-Zeitung auf Nachfrage. Bislang gab es offenbar keine Probleme mit Weltkriegs-Munition. Hintergrund: Vor allem ältere Bürger aus der Region hatten die Arbeiter im Vorfeld gewarnt, dass Schachtungen im Erdreich zwischen Wittingen und Jübar durchaus nicht ungefährlich sind.

In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges gab es nach AZ-Recherchen erbitterte Kämpfe zwischen nach Westen vorrückenden amerikanischen Truppen und Resten der sogenannten Clausewitz-Division. In diesem Zusammenhang vergruben Soldaten in einem Waldstück bei Jübar auch Munition, die vor einigen Jahren bei einem Waldbrand teilweise detoniert waren.

„Nein, zum Glück sind wir bislang nicht auf Munitionsreste gestoßen“, sagte Sahan Cihan, der vor Ort in Lindhof für die Leerrohr-Trasse schachtet. Der Mannheimer arbeitet als Chef seines kleinen Bautrupps und zeigt die Leitungen für die Hauptschlagader für schnelles Internet in der Altmark.

Von kleinen Schächten aus starten die sensorgesteuerten Bohrer ihre Bohrloch-Erkundungen durch das Erdreich. Sahan Cihan ist stolz, ein Teil des 140-Millionen-Projektes zu sein. Die Zusammenarbeit mit „GasLine“ hilft, etwa vier Millionen Euro Kosten einzusparen. Dennoch: Nur, wenn ausreichend Vorverträge im Sinne des Zweckverbandes Breitband-Altmark abgeschlossen werden, dürfen einzelne Gebiete mit dem Glasfasernetz versorgt werden. Die neue Trasse von Wittingen geht zunächst von Waddekath, Haselhorst und Lindhof weiter nach Drebenstedt, Bornsen, Rohrberg und Beetzendorf.

VON KAI ZUBER

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