Familie Wiegandt aus Vitzke sorgt sich um Hündin „Püppi“ / Blaues Pulver auf Knochen entdeckt

Giftköder: Angst in Vitzke

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Enrico Stübing (33) mit Nachbarshündin „Püppi“ an der Bundesstraße 248 in Vitzke. Auch er hat Angst um die Tiere in der Ortslage.

Kuhfelde / Vitzke. „Das waren Knochen mit blauem Pulver darauf“, erzählt Anke Wiegand aufgebracht.

Die 42-Jährige wohnt mit ihrem Mann Heiko in Vitzke bei Kuhfelde und beide haben große Angst um ihre Hündin „Püppi“ – in dem kleinen Dorf soll nach ihren Aussagen ein Nachbar Rattengift auslegt auslegen und sogar auf ihr Grundstück geworfen haben.

„Wir haben bei der Polizei Anzeige erstattet“, erklärt Anke Wiegandt mit der Hündin an der Leine. Neben ihr stehen Annemarie Appelt (22) sowie Manuela (43) und Enrico (33) Stübing aus der Nachbarschaft. Auch sie haben mit blauem Pulver bestreute Hundefutterstückchen schon an der Bundesstraße gefunden. „Unsere Tierärztin hat unseren Hund schon vorsichtshalber behandelt. Sie musste sich erbrechen, damit auch ja kein Gift mehr in ihrem Körper ist“, berichtet Anke Wiegandt weiter. Von der Veterinärin kam dann auch der Hinweis, direkt zur Polizei zugehen.

Warum der Nachbar so etwas machen könnte, kann sich die kleine Gruppe Vitzker nicht erklären. Laut seien Püppi und andere Hunde in dem Dorf nicht. Das beweist die zweijährige Hündin noch während des Gesprächs. Sie tobt ausgelassen herum, aber bellt kein einziges Mal. „Nur wenn jemand bei uns ankommt. Dann hat sie ihre dollen fünf Minuten“, erzählt Anke Wiegandt.

Frank Semisch, Pressesprecher der Polizei Salzwedel, bestätigt den Eingang einer Anzeige. „Es besteht erstmal nur der Verdacht“, sagt Semisch und fügt an, dass eine Probe des vermeintlichen Giftköders derzeit noch untersucht werde. Erst dann könne ermittelt werden, so der Pressesprecher.

Für Tierärztin Karla Lorenz-Schubert aus Salzwedel ist klar, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Rattengift handelt. „Das gibt es nur in Signalfarben, wie in diesem Fall ein stechendes Blau“, erklärt die Veterinärin. Auf dem eigenen Grundstücke könne jeder so etwas verstreuen, erläutert sie weiter, doch müssten Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Im Fall einer Vergiftung mit Rattengift bringen Tierärzte das Tier zunächst zum Erbrechen. Hilft dies nicht, bleibt nur eine Therapie mit Vitamin K. Diese Gegengift müssen vergiftete Hunde oder Katzen allerdings bis zu sechs Monate weiter einnehmen.

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