Gemeinde Wallstawe: Gieseritzer Wahllokal wird geschlossen

„Der Aufwand lohnt sich nicht“

Dorfgemeinschaftshaus in Umfelde, bisher auch Wahllokal für Gieseritz und Umfelde
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Das Dorfgemeinschaftshaus in Umfelde, das bisher als Wahllokal für die Orte Gieseritz und Umfelde genutzt wurde, wird zur Landtagswahl und zur Bundestagswahl leer bleiben. Der Wallstawer Gemeinderat beschloss die Schließung des Wahllokals, da sich der Aufwand für die wenigen wahlberechtigten Bürger nicht lohne.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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Das Wahllokal in Gieseritz wird geschlossen. Dies entschied der Wallstawer Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung am Montag, 19. April, im Dorfgemeinschaftshaus in Wallstawe einstimmig.

Bisher wurde das Dorfgemeinschaftshaus in Umfelde als Wahllokal für die Bürger von Gieseritz und dem benachbarten Umfelde genutzt. Zur Landtagswahl am 6. Juni und zur Bundestagswahl am 26. September können die wahlberechtigten Einwohner von Gieseritz und Umfelde ihre Stimme im Wahllokal in Wallstawe abgeben, das sich im Saal der Gaststätte „Zum alten Fritz“ befindet.

„Zurzeit gibt es nur 103 wahlberechtigte Bürger in Gieseritz und Umfelde. Der Aufwand lohnt sich nicht, dafür ein Wahllokal offen zu halten“, begründete Wallstawes Bürgermeister Ralph Jürges die Schließung. Zumal viele Bürger gar nicht mehr zum Wählen gehen würden, sondern stattdessen die Briefwahl bevorzugen würden. Dies sei auch bei der Bürgermeisterwahl am 13. Dezember 2020 der Fall gewesen, an der sich laut Jürges in Gieseritz und Umfelde nur 60 Einwohner beteiligt hatten, insgesamt, also mit Briefwählern. Es sei auch schon damals schwierig gewesen, genügend Wahlhelfer zu finden, weil es infolge der Corona-Pandemie zu Ausfällen gekommen war. Auch die Ratsfrau Roxana Selzer verteidigte die Schließung des Gieseritzer Wahllokals: „Es sitzen überall sechs Leute, es muss sich auch rechnen.“

Nach der beschlossenen Schließung stehen den Bürgern der Gemeinde Wallstawe noch die Wahllokale in Ellenberg (Dorfgemeinschaftshaus) und in Wallstawe zur Verfügung.

Jedes Wahllokal muss mindestens 100 wahlberechtigte Bürger haben, aber mehr als 2.500 dürfen es nicht sein, hatte Anja Schrader, Hauptamtsleiterin der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf, bereits im März informiert.

Für jedes Wahllokal müsse sie ein eigenes Hygienekonzept erstellen, was ein sehr großer Aufwand sei. „Es wäre wesentlich einfacher, die Landtagswahl als reine Briefwahl zu machen“, so Anja Schrader.

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