Naturerscheinung an der Landesgrenze bei Mellin: Pfaffenhütchen-Gespinstmotte treibt ihr Unwesen

Gespenstischer Anblick: Raupen fressen Büsche kahl

Mit etwas Glück und bei genügend Niederschlägen überlebt in der Regel auch der Strauch des Pfaffenhütchens und treibt nach dem Befall neu aus.
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Mit etwas Glück und bei genügend Niederschlägen überlebt in der Regel auch der Strauch des Pfaffenhütchens und treibt nach dem Befall neu aus.

Mellin / Brome – Überall sattes Grün, wohin man schaut – Nur nicht direkt an der Landesgrenze zu Niedersachsen. Dort scheint Halloween mitten im Frühling zu herrschen.

Die Raupen der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte haben sich auf den giftigen Strauch spezialisiert, die Spinnfäden sind allerdings für Menschen ungefährlich.

Bei der gespenstischen Naturerscheinung nahe Mellin, direkt am Rastplatz unweit des einstigen „Eisernen Vorhangs“, hängen dichte weiße Spinngewebe über einigen Pflanzen. „Die Raupen der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte fressen ganze Büsche kahl und spinnen sich ein“, erklärt Förster und Kreisnaturschutzbeauftragter Ralf Knapp auf Anfrage der Altmark-Zeitung das seltene Phänomen.

Die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (Nachtfalter) hat sich auf den Busch spezialisiert. Anders als beim Eichenprozessionsspinner sind die eklig erscheinenden Spinnfäden allerdings für den Menschen ungefährlich.

Mit etwas Glück und bei genügend Niederschlägen überlebt in der Regel auch der Strauch des Pfaffenhütchens und treibt nach dem Befall neu aus. Namensgeber des Gewächses ist dessen Blüte, die dem altmodischen Hut eines Geistlichen (Birett) ähnelt.

Das Holz des Strauches ist sehr zäh. Aus ihm wurden früher Orgelpfeifen, Schuhnägel, Stricknadeln und Spindeln hergestellt, weshalb er auch die Bezeichnung Spindelstrauch trägt.

Zudem ließ sich aus dem Pfaffenhütchen eine besonders hochwertige Holzkohle gewinnen, die als Zeichenkohle verwendet wurde. Im Mai und im Juni fressen die Raupen der Gespinstmotte die für Tiere und Menschen sehr giftigen Pfaffenhütchen-Sträucher komplett kahl und überziehen das Gewächs so mit weißen Gespinsten.  zu

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