Vor 30 Jahren undenkbar: Freiwillige aus Ost und West halten die Mauer in Schuss

Geschichte bewahren

Das Mauer-Team (v.l.): Günter Kruse, Dr. Cord Meyer, Herbert Manske, Wilfried Korth, Stefan und Dieter von Campen sowie Heiner Beyer haben in Eigenregie ein Stück deutscher Vergangenheit zwischen Rade und Waddekath erhalten. Foto (2): Lange

rl Waddekath / Rade. Dem ehemaligen Ortsvorsteher von Rade, Dieter von Campen, ist es zu verdanken, dass kurz nach dem Fall der Mauer ein Stück davon am Kirchsteig zwischen Rade und Waddekath erhalten geblieben ist.

Doch in all den Jahren kümmerte sich niemand so richtig darum, dieses Stück Geschichte für die Nachwelt zu sichern. Ansätze, aus den Mauerresten eine kleine Erinnerungsstätte zu machen, gab hüben wie drüben viele. Doch es blieb immer nur bei Willensbekundungen. So sorgten Mauerspechte und die Natur dafür, dass die Zeitzeugen aus Beton, Stein und Stahl zu zerfallen drohten sowie vom Strauchwerk immer weiter überwuchert wurden.

Einigen Bürgern aus Wittingen und Rade war das ewige Hin und Her zur Erhaltung zu viel. Sie wollten nicht weiter diskutieren, sondern selbst Hand anlegen und stellten ihr Vorhaben der Stadt Wittingen und dem Flecken Diesdorf vor. In Günter Kruse vom Amt für Wirtschaft, Sport und Kultur der Stadt Wittingen fanden sie vor ein paar Wochen einen Unterstützer. Er machte Leader-Mittel für zwei Schautafeln locker, die heute mit vielen Informationen und Bildern auf die ehemalige Grenze zwischen Rade und Waddekath sowie auf die Grenzöffnung aufmerksam machen. Auch eine Bank zum Verweilen steht jetzt dort.

„Von Diesdorf kamen leider bisher nichts“, sagte Dr. Cord Meyer aus Wittingen, der sich sehr für dieses Projekt einsetzte. Die Mauerreste sind inzwischen wieder in Form gebracht, vom Buschwerk befreit und davor Kies aufgefahren. Weiter sollen noch einige Findlinge dafür sorgen, dass Fahrzeuge nicht direkt an die Mauer fahren können.

„Wir wollten einfach diese Zeitzeugen unserer Geschichte erhalten“, unterstrich Dr. Cord Meyer. Auch Rades Ortsvorsteher Wilfried Korth unterstützte mit Herbert Manske, Stefan und Dieter von Campen sowie Heiner Beyer dieses Vorhaben von Anfang an. Was dieses Mauer-Team während einiger Arbeitseinsätze geschaffen hat, kann sich sehenlassen. Selbst der Kirchsteig wurde an einigen Stellen befestigt und von Ästen befreit. „Jetzt können wir hier getrost Besucher hinführen“, ist Wilfried Korth stolz auf das Geschaffene. Und alle sind überzeugt, dass davon auch der Flecken Diesdorf profitiert.

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