Projekt-Initiator Siegfried Tatschl bringt Vorschläge mit in die Altmark

Früchte-Papst hat Ideen: Brachen als köstliche Naschgärten

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Siegried Tatschl bot 50 Obstsorten zum Kosten an.

Diesdorf / Altmark. In seiner Szene gilt er als absolute Koryphäe. Nun besuchte der Früchte-Papst auf Initiative der Gartenakademie Sachsen-Anhalt mit Sitz in Gardelegen die Altmark.

Der Experte, Vortragsredner und Buchautor und prominenter Projekt-Initiator Siegfried Tatschl war unter anderem zu Gast in Diesdorf. Zudem machte der Österreicher Station in Hohenbörde, Jerichow und Quadendambeck, wo er bei Gartenakademie-Mitarbeiter Uli Ehlers und seiner Frau Andrea eingeladen war. „Natürlich fielen auch für uns als Gärtner viele wertvolle Tipps ab“, sagte Uli Ehlers.

Andrang in Diesdorf: Die Besucher wollten unter anderem wissen, wie die Indianerbanane schmeckt. Es ist ein Gaumen-Mix zwischen Apfel, Birne und Banane.

„Über Rosen lässt sich dichten, in die Äpfel muss man beißen.“ - So lässt sich nach einem Goethe-Vers das Motto von Siegfried Tatschl am besten auf den Punkt bringen, wie auf seinem Stand im Diesdorfer Freilichtmuseum deutlich wurde. 550 verschiedene Früchte lassen sich in Mitteleuropa anbauen. Siegfried Tatschl hat nicht nur ein äußerst populäres Erfolgsbuch darüber geschrieben, sondern er geht als Visionär auch die praktische Arbeit an. „So gibt es zum Beispiel in Österreich kommunale Projekte, wo auf Gemeindeflächen öffentliche Obst- und Naschgärten entstehen, die von allen Menschen – allen voran Kindern – genutzt werden können“, erklärt der prominente Buch-Autor. Solche Projekte lassen sich laut Siegfried Tatschl und seinen Gastgebern von Familie Ehlers aus Quadendambeck problemlos auch in der Altmark realisieren. Denn Platz gibt es in beiden Landkreisen grundsätzlich sehr viel.

Der Österreicher nennt diese Objekte treffend „essbare Landschaften“ oder „kulinarisch sinnliche Gartenanlagen“. Dort gibt es Obstsortenvielfalt im Einklang mit der Natur. Nachhaltig anbauen, staunen und genießen: Permakulturpionier Siegfried Tatschl zeigt in seinem Standardwerk 555 Sortenporträts, wie abwechslungsreich und kulinarisch interessant das Angebot an Obst und Nüssen in unseren Gärten sein kann. Von A wie Alpenjohannisbeere über S wie Schneeglöckchenbaum bis Z wie Zimthimbeere – von alten heimischen Sorten bis zu anpassungsfähigen Exoten wie der Indianerbanane oder der Fruchtfeige.

Im Wohnzimmer, auf der Terrasse, auf Balkon oder im eigenen Biogarten – nahezu überall und ganzjährig lassen sich köstliche Früchte anbauen und ernten. „Egal ob auf Brachflächen oder im eigenen kleinen Hinterhof – es gibt zahlreiche Orte um uns herum, um kleine Paradiese zu schaffen“, so der Österreicher, der allein über 50 Obstsorten zum Kosten mit nach Diesdorf brachte. Zum Staunen der Besucher. Demnächst ist Siegfried Tatschl im Fernsehen zu erleben: „Essbare Landschaft“ heißt die Sendung. Sie wird 3Sat am Sonnabend, 10. November, ab 15 Uhr sowie am Dienstag, 13. November, ab 11.40 Uhr ausgestrahlt.

Von Kai Zuber

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