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Gemeinde Diesdorf bereitet sich auf möglichen Blackout vor

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Von: Kai Zuber

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Der Hauptausschuss des Fleckens Diesdorf tagte am Dienstag, 15. November, unter Leitung von Bürgermeister Daniel Rieck (2.v.l.) im Rathaus. Dort wurde das Thema „Vorbereitung für einen Blackout“ diskutiert. © Kai Zuber

Der Hauptausschuss des Fleckens Diesdorf tagte am Dienstagabend, 15. November, im Rathaus. Dort wurde auch das Thema „Vorbereitung für einen Blackout“ diskutiert. Die zentrale Frage war: Wie kann die Bevölkerung vor einem längerfristigen Stromausfall und allen damit verbundenen Unwägbarkeiten am besten geschützt werden?

Diesdorf. In Berlin und Magdeburg werden dazu aktuell Krisenstäbe eingerichtet, ebenso gibt es Handlungsempfehlungen und entsprechende Vorkehrungen beim Altmarkkreis Salzwedel und in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf.

Wie die AZ aus gut unterrichteter Quelle erfuhr, hört man in der Kreisverwaltung Salzwedel das Wort „Wärmestube“ gar nicht so gerne als mögliche Anlaufstelle für frierende Bürger, die keine holzbeheizten Öfen, Herde oder Kamine mehr haben. Doch der Flecken Diesdorf hat so einen „Luxus-Segen“ als Gemeindeeigentum: Den Saal des DGH im Ortsteil Höddelsen (Texas).

Die Öfen dort werden mit Kohle und Holz beheizt. „Wir haben kürzlich sogar noch Brennmaterial zugekauft“, sagte Diesdorfs neuer Bürgermeister Daniel Rieck im Hauptausschuss. Die Gasspeicher seien voll, doch in Sachen Energie könne es im kommenden Winter ungemütlich werden, wenn die Temperaturen über Tage im zweistelligen Minusbereich seien, so Rieck.

Er denke da nur an medizinische Geräte für Senioren oder wenn für ein Baby einmal die Milch warm gemacht werden müsse. „Ich selbst stelle meinen Partyraum in Haselhorst zur Verfügung, wo unter anderem auch ein Holzkochherd steht. Außerdem geht der Landwirt Florian Fischbeck aus Wüllmersen mit gutem Beispiel voran und stellt bei Bedarf einen Privatraum zur Verfügung. Ich hoffe, dass noch mehrere Einwohner unserem Aufruf folgen und mitmachen“, so der Bürgermeister.

Die Räumlichkeiten sollen auf der Gemeindeseite veröffentlicht werden. Einige Ratsmitglieder haben sich bereit erklärt, in den Ortsteilen Hilfs-Netzwerke und Lösungen vor Ort zu schaffen. „Wenn sich die Situation zuspitzt, können wir ja noch nachjustieren“, meinte Ratsherr Roland Neuschulz. Hauptausschuss-Mitglied Sylke Laschewski meinte, man solle „jetzt nicht alles zu schwarz sehen“.

Die Trinkwasserversorgung, wo der Leitungsdruck im Rohrnetz ohne langfristigen Strom nicht aufrechtzuerhalten ist, sieht der Diesdorfer Hauptausschuss derzeit nicht gefährdet.

„Strom ist eventuell das Problem, denn die Gasspeicher sind derzeit ja voll“, meinte Roland Neuschulz. Daniel Rieck sieht in der Notsituation auch die Familienväter in der Pflicht, selbst rechtzeitig vorzusorgen.

Wie die AZ erfuhr, sollen die Feuerwehr-Gerätehäuser besetzt sein und soweit dies machbar ist, könnten dort auch Notrufe abgesetzt und Informationen zur Lage eingeholt werden, doch für warme Speisen oder „Wärmestuben“ sei man dort nicht zuständig, hieß es.

Dies könne ja in den Dorfgemeinschaftshäusern erfolgen, bestätigte auf Anfrage der Altmark-Zeitung auch noch einmal VG-Wehrchef Ronny Runge.

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