Gemeinde Beetzendorf will Hort-Neubau selbst finanzieren

„Wir wollen keine Notlösung“

Bolzplatz in Beetzendorf an der Grund- und Sekundarschule
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Den Bolzplatz neben der Grund- und Sekundarschule in Beetzendorf (im Hintergrund rechts) können sich viele Eltern und inzwischen auch Ratsmitglieder als Fläche für einen Hortneubau vorstellen.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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Der Beetzendorfer Hort platzt aus allen Nähten und braucht dringend eine Erweiterung in Form eines Neubaus (AZ berichtete). Nun scheint in die Suche nach einer Lösung Bewegung zu kommen: Die Gemeinde Beetzendorf könnte die Finanzierung des Baus selbst übernehmen, hieß es in der jüngsten Ratssitzung am Donnerstag, 20. Mai.

Aktuell sind für den Beetzendorfer Hort 86 Plätze genehmigt, doch bereits ab dem 1. August liegen Anträge für 106 Kinder vor. Ab 2022/23 soll die Zahl der Grundschüler insgesamt sogar bis auf etwa 150 steigen, für die die VG als Träger auch Hortplätze zur Verfügung stellen muss. Der VG-Sozialausschuss hatte bereits einen festen Neubau mit 120 Quadratmetern Betreuungsfläche (165 Quadratmeter Gesamtfläche) für eine Bruttosumme von 400.000 Euro empfohlen.

Nadine Sczyslewski, Vorsitzende des Elternkuratoriums, meldete sich in der Einwohnerfragestunde der Gemeinderatssitzung zu Wort: „165 Quadratmeter sind für die Zukunft zu wenig. Das ist nur eine Notlösung, dadurch entsteht sehr viel Unmut bei den Eltern.“

Ratsherr Thorsten Massel sagte, seine Fraktion habe einen Vor-Ort-Termin mit Mario Rosenbaum (der den Bolzplatz als Baufläche ins Gespräch gebracht hatte) und der Elternschaft gemacht. „Es sieht so aus, aus der Not heraus schnell eine Lösung zu schaffen, die nicht optimal ist für die Kinderbetreuung“, erklärte Massel. Die Eltern seien auch mit Übergangslösungen einverstanden, wenn es nicht länger als ein Jahr dauern würde. Rings um Beetzendorf gebe es „wesentlich bessere Hortbedingungen“. Die Gemeinde müsse noch mal mit der VG und eventuell auch mit dem Altmarkkreis sprechen, aber auf sachlicher und vernünftiger Ebene. Ein Schnellschuss sollte verhindert werden, so Massel.

„Die angestrebten Lösungen sind keine. Nötig ist ein vernünftiger Neubau, der alle Kinder aufnehmen kann“, betonte Ratsherr Enrico Lehnemann. Und weiter: „Ich habe einen Plan B, die Gemeinde Beetzendorf nimmt selbst Geld in die Hand. Ich möchte das forcieren.“

Diese Aussagen brachten Ratsfrau Eva Stützel auf eine Idee: „Können wir nicht als Gemeinde ein Gebäude bauen und es an die VG vermieten?“, fragte sie in die Runde. Dazu müsste man vorher mit der VG reden, merkte Vize-Bürgermeister Dietmar Sommer an.

„Ein Hort für 150 Kinder ist ein lobenswertes Ziel“, sagte Bürgermeister Lothar Köppe, verwies aber darauf, dass bereits Geld für einen größeren Hort in den VG-Haushalt eingestellt worden sei. Die ursprüngliche Summe sei aber vom VG-Rat gekürzt worden. Der VG-Rat müsse letztlich darüber entscheiden, bei der nächsten Sitzung am 9. Juni. Dann soll ein Nachtragshaushalt beschlossen werden, um das Hort-Vorhaben endlich anzuschieben. Der Gemeinderat könnte dann am 10. Juni wieder tagen. „Wir haben die Eltern verstanden, aber ich kann keinen Beschluss dazu fassen. Ich bitte um etwas Vertrauen. Die konkrete Planung sollte man den Fachleuten überlassen“, so Köppe.

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