„Das wird eine politische Entscheidung“

Beetzendorfer wehren sich gegen mögliches Atommüllendlager

Fässer mit Atommüll für die Endlagerung
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Wohin mit dem ganzen Atommüll in Deutschland? Bis 2031 soll ein Endlager gefunden sein. Auch mehrere Orte in der Altmark sind weiterhin im Gespräch.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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Mehrere Orte in der Altmark sind weiterhin als mögliches Endlager für Atommüll im Gespräch. Grund genug für die Mitglieder des Beetzendorfer Ausschusses für Bau, Ordnung und Umwelt, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Während der jüngsten Sitzung am Donnerstag, 6. Mai, informierte Christel Rosenbaum, die Vorsitzende des Beetzendorfer Sozialausschusses, zur Problematik Atommüllendlager.

Bisher gebe es in Deutschland 16 Zwischenlager für Atommüll. Da ab 2050 die Einlagerung in ein Endlager geplant sei, müsse in den nächsten zehn Jahren eine Lösung gefunden werden, denn 2031 solle der endgültige Standort feststehen, führte Rosenbaum aus.

Bei der Suche nach einem geeigneten Endlager solle es eine Beteiligung der Bürger geben, und es solle eine „bestmögliche Sicherheit“ für einen Zeitraum von einer Million Jahren geschaffen werden. „Von der Nutzung der Atomenergie hatten nur zwei oder drei Generationen etwas, aber von der Endlagerung haben dann 40.000 Generationen etwas“, erklärte Christel Rosenbaum.

Bei der Suche nach einem Atommüllendlager gebe es drei Phasen, noch laufe die erste, die Ermittlung der Teilgebiete. Nach einem ersten Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) seien 54 Prozent der BRD für ein Endlager geeignet. „Das ist aber kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen und zu denken, dann wird das Lager nicht in die Altmark kommen. Denn im nächsten Bericht, der in zwei bis drei Jahren herausgegeben werden soll, sind vielleicht nur noch 0,5 Prozent der BRD für ein Endlager geeignet“, sagte Rosenbaum.

Und weiter: „Am Ende entscheidet der Bundestag über den endgültigen Standort, es ist also nicht nur eine geologische Entscheidung.“ Auch Gorleben (Zwischenlager für Atommüll, d. Red.) sei „eine rein politische Entscheidung“ gewesen. Christel Rosenbaum betonte, dass es wichtig sei, sich zum Thema Atommüll zu informieren. Dies könne jeder unter „GAU macht schlau“ auf Youtube tun, das sei „für den Laien super“, da würden die meisten Fragen beantwortet. Was die Suche nach einem Endlager betrifft, sagte Rosenbaum: „Wenn wir das jetzt begleiten, brauchen wir später nicht Widerstand zu leisten. Jetzt haben wir noch die Chance, wir können es versuchen.“ Christel Rosenbaum habe unter dem Titel „Atomerbe wohin?“ eine Arbeitsgruppe gebildet, die aus fünf Einwohnern aus Poppau bestehe. Zudem gebe es zur Endlagersuche in diesem Jahr drei Online-Fachkonferenzen, an denen jeder Interessierte teilnehmen könne. Bauausschussmitglied Enrico Lehnemann dankte Christel Rosenbaum für ihr Engagement zum Thema Atommüllendlager.

„Ich weiß jetzt schon, das wird eine politische Entscheidung. Ich kann nur jedem raten, Anfang Juni bei der nächsten Fachkonferenz mal reinzuhören“, so Lehnemann.

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