Gemeinde Beetzendorf fordert schnelle Lösung für geplante Horterweiterung

„Wir müssen jetzt handeln“

Grund- und Sekundarschule in Beetzendorf
+
An der Grund- und Sekundarschule in Beetzendorf reichen die Hortplätze nicht aus, deshalb soll eine Horterweiterung geschaffen werden. Die Gemeinde Beetzendorf fordert eine schnelle Lösung, weil die Zeit davonlaufe.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
    schließen

Das Thema Horterweiterung beschäftigt auch weiterhin die Beetzendorfer. Am Donnerstag, 6. Mai, wurde darüber im Ausschuss für Bau, Ordnung und Umwelt der Gemeinde Beetzendorf diskutiert, nachdem sich in der Einwohnerfragestunde Wilfried Schröder zu Wort gemeldet hatte.

Aus Sicht von Eltern, Betreuern und Kindern bestehe hinsichtlich der geplanten Horterweiterung an der Beetzendorfer Grund- und Sekundarschule dringender Handlungsbedarf. Derzeit werde vom Sozialausschuss der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf ein Neubau für nur 50 Kinder empfohlen, obwohl schon jetzt 86 Kinder mit einer Ausnahmeregelung den Hort besuchen würden. „In vier Jahren werden sogar rund 150 Kinder einen Rechtsanspruch darauf haben“, sagte Schröder.

Der momentane Vorschlag sei daher überhaupt nicht zukunftsfähig. „Deshalb müssen wir Eltern uns starkmachen für einen größeren Neubau. Setzen Sie sich für eine zukunftsorientierte Lösung ein!“, appellierte Wilfried Schröder an die Mitglieder des Bauausschusses.

Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe begrüßte den Aufruf und wies darauf hin, dass die VG bereits einen Haushalt vorgelegt habe, in dem 320.000 Euro für die Horterweiterung vorgesehen waren. Zudem habe die Gemeinde Beetzendorf in ihrem Haushalt bereits 60.000 Euro für den Abriss des Schornsteins beschlossen, um damit Platz für einen Neubau zu schaffen.

„Wir reden, reden und reden, aber wir müssen handeln“, betonte Köppe. Und weiter: „Wir müssen heute eine Lösung finden, die aber morgen erweitert werden kann. Wir müssen noch in diesem Jahr etwas bauen, um die Zulassung für den Hort zu erhalten.“ Auch VG-Bürgermeister Michael Olms, der als Gast an der Bauausschusssitzung teilnahm, beteiligte sich an der Diskussion. Das Thema Horterweiterung beschäftige die VG schon seit 2015, als der Beschluss gefasst worden war, einen Container anzumieten. „Man hat damals schon gewusst, dass das nicht ausreichen wird. Wegen Geldknappheit wurde die Sparvariante gewählt“, blickte Olms zurück. Vor zwei Jahren sei die Miete dann durch einen Kauf abgelöst worden, weil dies auf Dauer preiswerter sei. Michael Olms verwies darauf, dass die VG über viele Jahre nicht die Möglichkeit für Investitionen gehabt habe. Inzwischen sei, nach Dringlichkeit, angefangen worden, die Kitas zu sanieren. Für die Horte sei deshalb bisher gar kein Geld vorhanden gewesen.

Nun gebe es allerdings die Chance, Fördermittel in Höhe von rund 157.000 Euro vom Bund zu erhalten, aber nur, wenn noch 2021 gebaut werde. Nun habe aber der VG-rat vor Kurzem entschieden, dass 320.000 Euro aus dem VG-Haushalt zu viel seien. Außerdem wolle der Sozialausschuss ein festes Gebäude und keine Container-Lösung. „Wir haben Zeitknappheit und Geldknappheit“, verdeutlichte Olms die Problematik.

Im Moment sei die Planung darauf ausgerichtet, kostengünstig zu bauen und nur den Regelbedarf zu decken. „Aber die Sekundarschulklassen 5 und 6 haben auch einen Rechtsanspruch auf Betreuung, die haben wir bisher gar nicht berücksichtigt“, erklärte der VG-Bürgermeister. Zudem gebe es bisher keinen Hort in der VG, in dem behinderte Kinder betreut werden könnten. Deshalb sei an die Fachaufsicht der Vorschlag gegangen, auch vier integrative Plätze mit aufzunehmen.

Michael Olms sprach sich dafür aus, die Horterweiterung mit einem ersten Bauabschnitt zu beginnen und später einen zweiten Bauabschnitt folgen zu lassen. Außerdem stellte er die Vorteile heraus, die ein Neubau auf der Fläche, auf dem schon ein Container steht, hätte. „Dort wären schon die Anschlüsse für Gas, Strom und Wasser vorhanden. Würde man neben dem jetzigen Schulgelände einen festen Neubau errichten, würden wir auf Kosten von 700.000 Euro und mit den Erschließungskosten in den Millionenbereich kommen“, verdeutlichte Olms.

Und: „Irgendwann läuft und die Zeit weg. Dann finden wir keine Handwerker mehr. Wir müssen einfach mal die Diskussion beenden und zum Handeln kommen. Wir zerreden es sonst.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare