Bürgermeisterin: „Wir müssen jetzt Regelungen finden, die verträglich sind“

Gemeinde Apenburg-Winterfeld will Kriterien für Solarparks festlegen

Solaranlage
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Die Gemeinde Apenburg-Winterfeld will ein Konzept mit Kriterien für Solarparks erstellen. Erste Anfragen von Betreibern solcher Parks liegen vor. Die Gemeinde strebt eine einheitliche Richtlinie an, um alle gleichzubehandeln.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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In Apenburg und in Altensalzwedel planen private Investoren den Bau von Solarparks (AZ berichtete). Weitere Orte in der Gemeinde Apenburg-Winterfeld könnten folgen. Deshalb befasste sich der Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung am Dienstag, 16. November, im Dorfgemeinschaftshaus in Recklingen erneut mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen Photovoltaik- (PV) Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen vom Gemeinderat befürwortet werden können. Bis zur nächsten Sitzung sollen Kriterien erarbeitet werden, über die der Rat dann abstimmen kann.

Recklingen. „Es gibt immer mehr Nachfragen. Landwirte können mit PV-Anlagen mehr Geld verdienen als mit Landwirtschaft. Man kann es also keinem verübeln. Wir müssen jetzt Regelungen finden, die verträglich sind, mit denen die Landwirte und auch die Bürger leben können“, begründete Ninett Schneider, Bürgermeisterin des Fleckens Apenburg-Winterfeld, warum das Thema Flächen-PV-Anlagen am Dienstag, 16. November, auf der Tagesordnung stand.

Ninett Schneider hatte im Vorfeld der Sitzung ein Konzept mit zwölf Punkten erarbeitet und den Ratsmitgliedern zukommen lassen. In der Sitzung wurden die Punkte nacheinander diskutiert. Ein wichtiger Aspekt beim Errichten von Solarparks sind die Bodenpunkte, die Auskunft über die Qualität einer Ackerfläche geben. „Es macht keinen Sinn, bei 25 Bodenpunkten Landwirtschaft zu betreiben. Diese Flächen sollten wir voll bauen und fertig“, stellte der Vizebürgermeister Detlef Jürges klar. „25 Bodenpunkte erschien mir viel, aber da bleiben schon noch einige Flächen übrig“, sagte Schneider.

Apropos Flächen. Maximal zwei Prozent der landwirtschaftlichen Fläche der Gemarkung einer Ortschaft sollen mit PV-Anlagen bebaut werden können. Der Abstand zum Bestandswald soll 30 Meter betragen, zur Wohnbebauung mindestens 100 Meter. Zum letzteren Punkt ließ die Bürgermeisterin abstimmen: Vier Ratsmitglieder waren dafür, drei dagegen. Zuvor hatte Volker Jakob, Projektierer von PV-Anlagen bei der Firma Sunovis, der als Gast die Sitzung verfolgte, erklärt, dass 100 Meter als Abstand zur Wohnbebauung ausreichend seien. Denn PV-Anlagen würden auch Geräusche erzeugen, durch die Wechselrichter (Lüfter). Einigkeit erzielte der Rat ebenfalls darüber, konventionelle PV-Anlagen bei bis zu 25 Bodenpunkten zuzulassen. Für Agri-Photovoltaik, bei der zwischen den Modulen noch Landwirtschaft möglich ist, soll der Wert bei 50 Punkten liegen. Ein ganz wichtiger Punkt: Nicht die Gemeinde, sondern der Ort, in dem die PV-Anlage steht, soll am Gewinn aus der Stromerzeugung beteiligt werden.

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