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Gemeinde Apenburg-Winterfeld beharrt auf Vorgaben für Solarparks

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Von: Christian Reuter

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Altensalzwedel.JPG © Christian Reuter

In Baars und Saalfeld sollen Solarparks mit einer Größe von jeweils 22 Hektar entstehen. Projektentwickler Volker Jakob von der Firma Sunovis informierte über das Vorhaben während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates von Apenburg-Winterfeld am Dienstag, 3. Mai, in Altensalzwedel. Das Projekt stieß auf ein großes Bürgerinteresse.

Altensalzwedel. Viele Gäste sind bei Ratssitzungen selten zu sehen. Am Dienstagabend, 3. Mai, aber waren rund 20 Einwohner ins Dorfgemeinschaftshaus in Altensalzwedel gekommen. „Die Beteiligung spricht ja für sich“, sagte die Bürgermeisterin Ninett Schneider dazu. Der Besucheransturm hatte einen Grund: In Baars und Saalfeld sind Photovoltaik-Anlagen auf Ackerflächen geplant, und die Bürger wollten wissen, was auf sie zukommt.

Das Unternehmen Sunovis aus Singen in Baden-Württemberg will in der Gemeinde Apenburg-Winterfeld gleich auf drei Ackerflächen Solarparks errichten: in Apenburg, Baars und Saalfeld (AZ berichtete). Das Apenburger Vorhaben wurde bereits im Gemeinderat vorgestellt. Am Dienstag wurden die Details zu den Plänen für Baars und Saalfeld bekannt.

In Baars soll der Solarpark auf einer 22 Hektar großen Fläche entstehen, wobei die eigentliche Solaranlange etwa 17 bis 19 Hektar Platz einnehmen soll, erklärte Projektentwickler Volker Jakob. Der Abstand zur Ortschaft Saalfeld betrage 900 Meter und damit deutlich mehr als die Vorgabe der Gemeinde in ihrem Leitfaden, der mindestens 200 Meter vorsieht. Die Anlage werde eine Einfassung durch eine drei Meter hohe und drei Meter breite Hecke erhalten und dadurch von den umliegenden Orten „kaum sichtbar sein“, wie Jakob ausführte.

Um die Solarmodule zu platzieren, würden Pfähle bis zu 1,80 Meter tief in den Boden getrieben, aber ohne Beton. „Dadurch gibt es keine Bodenschäden und auch keine Versiegelung der Flächen“, betonte Jakob. Durch die PV-Anlage könne die Gemeinde mit Gewerbesteuern von 2,284 Millionen Euro in 30 Jahren rechnen.

Das Vorhaben in Saalfeld ähnelt dem in Baars sehr, vor allem durch die gleiche Flächengröße. Allerdings ist im Süden der Anlage eine 35 Meter breite und bis zu sieben Meter hohe Hecke vorgesehen, weil dort das nächste Wohnhaus nur etwa 100 Meter entfernt sei, teilte der Projektentwickler mit.

Eine Einwohnerin meinte, das sei „schon ziemlich nah dran“. Volker Jakob erwiderte, dass man deshalb auch die Hecke mit diesen Dimensionen plane und der Hauseigentümer nichts gegen die Nähe zur PV-Anlage habe. Auch Geräuschemissionen durch die Wechselrichter seien nicht zu erwarten. Die Bürgermeisterin beharrte jedoch darauf, dass der Abstand zwischen PV-Anlage und Wohnbebauung mindestens 200 Meter betragen müsse und die Anlage nicht mehr als zwei Prozent der Gemarkungsfläche einnehmen dürfe. Denn nach bisheriger Planung überschreite die Anlage bei Saalfeld diese Vorgabe der Gemeinde leicht.

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