Ulf Steffens schaut der Spitzenklasse über die Schulter

Da geht es oft um tausendstel Sekunden

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Winterfeld. Bei Ulf Steffens läuft ohne Feuerwehr gar nichts. Der 42-Jährige von der Winterfelder Feuerwehr hat sich neben der ehrenamtlichen Tätigkeit bei den Aktiven seiner Wehr vor allem dem Feuerwehr-Wettkampfsport verschrieben.

Hier schaut er mittlerweile sogar der absoluten Top-Elite über die Schulter.

Seit Jahren arbeitet Ulf Steffens schon als erfahrener Wettkampfrichter. Seine solide aufgebaute Laufbahn startete der Winterfelder zunächst beim eigenen Feuerwehrverband. Danach kamen Engagements auf Landkreisebene, bei landesweiten Ausscheiden in Sachsen-Anhalt und schließlich beim deutschen Feuerwehrverband. „Einige meiner tollsten Erlebnisse hatte ich während der jüngsten Weltmeisterschaften im Feuerwehrsport in Cottbus. Die Wettkämpfe wurden in dieser Art erstmals in Deutschland ausgerichtet“, so Steffens. Leider belegte das Profi-Team des Gastgeberlandes nur Platz 8.

Der Kampf um die begehrten Podestplätze werde immer härter, betont Ulf Steffens. „Inzwischen geht es schon um tausendstel Sekunden“, so der erfahrene Kampfrichter. Schließlich habe man es bei der Weltmeisterschaft ausschließlich mit Elite-Feuerwehrleuten zu tun, bei denen jeder Handgriff sitzt. Daher wird beim Wettkampf, vor allem bei den Laufdisziplinen, alles elektronisch erfasst. Die Zeiten mit der guten alten Stoppuhr sind vorbei: Auch die Zielfotos sind videoüberwacht.

Ulf Steffens berichtete von der einzigartigen Atmosphäre während der 7. Weltmeisterschaft im Feuerwehrsport in Cottbus. „Über 15 000 Zuschauer erlebten an drei Wettkampftagen spannende und vor allem faire Wettkämpfe. Die deutschen Feuerwehrleute waren diesmal nicht in Form. Dafür waren die Teams aus dem Osten stark“, so der Winterfelder. Zwei neue Weltrekorde wurden aufgestelt: Uladzimir Stralchenia aus Weißrussland stellte mit seinen 12,95 Sekunden im Hakenleitersteigen den alten Weltrekord aus dem Jahre 2009 in den Schatten. Das Team aus Tschechien gewann mit neuer Weltrekordzeit in der Disziplin Löschangriff. Mit 25,58 Sekunden setzten sich die Tschechen vor die Mannschaften aus Russland (25,75 Sek.) und der Slowakei (25,84 ).

Die Hoffnungen der deutschen Mannschaft auf eine Medaille erfüllten sich also auch diesmal leider wieder nicht. Dafür wurden vier neue deutsche Rekorde, unter anderem im Löschangriff (26,56 Sek.), in der 4 x 100 Meter Feuerwehr-stafette (61,24 Sek.) und im Hakenleitersteigen (14,30 Sek.) durch Tom Gehlert aufgestellt. Die nächste Feuerwehr-WM findet im türkischen Antalya statt. Ulf Steffens hofft, wieder als Wettkampfrichter mit dabei zu sein.

Der Winterfelder träumt von der Feuerwehr-Olympiade, die alle vier Jahre stattfindet und bereits im tschechischen Ostrava und davor in Finnland ausgetragen wurde. „Vielleicht hat das deutsche Team dann mehr Glück“, hofft er. Etwas traurig waren nahezu alle Beteiligten des Cottbusser Wettkampfes, weil das Fernsehen kein Interesse an der Übertragung dieses Feuerwehr-Höhepunktes im eigenen Land gezeigt hatte. Die Aktiven hoffen, dass sich das beim nächsten Mal ändert.

Von Kai Zuber

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