Kettensägenlehrgang zwischen Mellin und Nettgau / Nur in Schutzausrüstung geht es in den Wald

„Das ist ein gefährliches Teil“

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„Achtung, Baum fällt“ – stolz wie Oskar schauen sich die Teilnehmer des Kettensägenlehrganges ihr Werk an. Nachdem der Fluchtweg freigeräumt worden war, konnte die Säge angesetzt werden. 

Nettgau. „Vorsicht, halt die Säge hinten grade. Und jetzt mit ganz viel Fingerspitzengefühl. “ Hartmut Wittig vom LandesZentrum Wald – Forstliches Bildungszentrum Magdeburgerforth muss immer wieder eingreifen und den Halt der Kettensäge korrigieren.

Beim Kettensägenlehrgang im Betreuungsrevier Jübar in der Gemarkung Wendischbrome, zwischen Mellin und Nettgau, kommen die elf Teilnehmer gut ins Schwitzen.

Beim Stammwenden war bei Marco Vogel Muskelkraft gefragt.

An zwei Tagen wird neben der Theorie, wie der Kettensägenaufbau, auch das Baumfällen geübt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Geue ist Wittig in ganz Sachsen-Anhalt unterwegs und lehrt den korrekten und sicheren Umgang mit der Säge. „Oft haben unsere Teilnehmer schon Vorerfahrungen mit der Kettensäge. Da dann die schlechten Angewohnheiten wieder rauszubekommen, ist ganz schön schwierig“, erzählt Wittig.

Bevor es in den Wald geht, muss die passende Schutzausrüstung her. Neben dem Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz zählen Handschuhe, eine Schnittschutzhose sowie Stiefel mit Schnittschutz und Stahlkappen dazu. „Ohne lassen wir keinen auch nur einen Meter in den Wald. Zu schnell ist was passiert“, so Wittig. Rund 20 bis 25 Tote bei Waldarbeiten gibt es im Jahr.

Sägen durfte immer nur einer. Lag der Baum dann aber am Boden, gab Ausbilder Hartmut Wittig dann aber seiner Gruppe einige Erklärungen und Verbesserungstipps.

Daher ist neben der Schutzausrüstung auch die genaue Vorgehensweise beim Baumfällen lebensnotwichtig. Neben der Kontrolle der Kettensäge sollten vorab auch Hammer und Keil bereitgelegt werden. Umsichtig räumen die Teilnehmer den Fluchtweg und die Fallrichtung des Baumes frei. Anschließend wird der Fallkerb gesetzt, gefolgt vom Setzen der Bruchkante und der Splints.

Lag der Baum dann aber am Boden, gab Ausbilder Hartmut Wittig dann aber seiner Gruppe einige Erklärungen und Verbesserungstipps.

Für Marco Vogel aus Riestedt hat der ausgewählte Baum einige Tücken. Mit der Haltebandfällung, Hammer und Keil und dank Hartmut Wittig kann er aber den Baum doch noch in die richtige Richtung fallen lassen. „Wichtig ist, dass wenn man den Fällschnitt ansetzt, laut Achtung ruft, damit mögliche Spaziergänger gewarnt sind“, erklärt Wittig. Bei Regen, Schnee oder strahlendem Sonnenschein sind die Männer unterwegs. Nur wenn der Wind zu stark ist, geht es nicht raus. „Zu groß ist die Gefahr, dass Bäume in die andere Richtung kippen, wenn sie von einer Böe erfasst werden“, sagt Wittig. Rund vier bis fünf Bäume soll jeder Teilnehmer fällen. Da kommt der ein oder andere an seine Grenzen. „Und so lange wir dabei sind, ist es gar nicht so verkehrt, wenn sie Fehler machen. Da können wir eingreifen und die Situation richtigstellen“, verdeutlicht Wittig. „Man darf nicht vergessen, so eine Kettensäge ist ein gefährliches Teil.“

Von Katja Lüdemann

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