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Apenburg-Winterfeld im Katastrophenfall: „Wir sind vorbereitet“

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Von: Kai Zuber

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Der mit einem Holzvordach versehene Eingangsbereich eines dörflichen Mehrzweckgebäudes.
In Winterfeld soll bei Katastrophenlagen im Mehrzweckgebäude eine Anlaufstelle eingerichtet sein. Auch die dortige Feuerwehr ist besetzt. © Kai Zuber

Der Flecken Apenburg-Winterfeld sieht sich für einen längerfristigen Stromausfall, auch Blackout genannt, gerüstet. „Wir sind darauf vorbereitet, alles abzusichern, jedoch ohne jetzt in Panik zu verfallen“, sagte Bürgermeisterin Ninett Schneider der AZ beruhigend. Die Gemeinde musste dem Altmarkkreis in Sachen Katastrophenschutz zuarbeiten, was mittlerweile auch geschehen ist. Anlaufstellen für die Bürger, die in dieser Zeit Informationen suchen, sind in Winterfeld die Feuerwehr und das Mehrzweckgebäude, in Apenburg das Gerätehaus und das Bürgerhaus, in Recklingen das Dorfgemeinschaftshaus und in Altensalzwedel der Saal des Kulturhauses.

Die helle Fassade eines Kulturhauses mit großen Fensterflächen.i
In Altensalzwedel ist der Saal des Kulturhauses Anlauf- und Infostelle für die Einwohner. © Kai Zuber

Winterfeld/Apenburg – „In Altensalzwedel sind wir dort autark, was die Heizung angeht. Die läuft über einen Tank“, so Schneider. Zudem laufen an mehreren Stellen der kommunalen Einrichtungen technische Umrüstungen, die bei einem Blackout zum Tragen kommen. Um dies zu bewerkstelligen, gibt es allerdings hier und da Probleme, weil bestimmte Bauteile Mangelware sind, erfuhr die AZ. Wärmestuben wird es aber wohl eher nicht geben, sondern hauptsächlich Info-Punkte für die Bürger, wo es auch mal den einen oder anderen Service geben könne, etwa heißes Wasser. Etwa zehn Tage sollten sich die Bürger selbst versorgen können. „Ich denke, das ist in unserer ländlichen Region auch kein Problem“, sagte Ninett Schneider. Die Kommune sollte auch in Erfahrung bringen, wo sich die Einwohner mit Lebensmitteln versorgen können, ohne dass elektronische Türen oder Kassen benötigt werden. „Auch dies ist bei uns abgesichert“, meinte die Bürgermeisterin.

Auf das Thema Trinkwasserversorgung und das Problem des fehlenden Wasserdrucks bei Stromausfall ging die Kommune dagegen nicht ein. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir Probleme kriegen. Aber wenn, dann sind wir vorbereitet“, so die Ortschefin. Die Bundesnetzagentur gehe aktuell nicht davon aus, dass es zum Ausfall der Gasversorgung kommt. Die Szenarien beschäftigen sich eher damit, dass es hier aufgrund des Umstieges auf Strom zu Ausfällen kommen kann und dies auch nicht wegen eines Versorgungsmangels, sondern eines Ausfalles der Infrastruktur durch eine hohe Belastung lokaler Netze. Mit den Kommunen wurde seitens des Altmarkkreises abgestimmt, dass die Feuerwehrgerätehäuser als Anlaufstellen für den Fall eines Gas- oder Stromausfalles ausgewiesen werden. Sie sind meist mit Notstromaggregaten ausgestattet und können über Funk die Kommunikation sichern oder zum Beispiel eine Alarmierung des Rettungsdienstes vornehmen, wenn zuhause nicht mehr telefoniert werden kann. Die Feuerwehrgerätehäuser können auch zur Informationsweitergabe von den Gemeinden genutzt werden. Hier können Notrufe abgesetzt und Hilfsangebote gebündelt werden. Anlaufstellen in ihrer Grundform stellen laut Kreisverwaltung „ein Mindestmaß zur Erfüllung des tatsächlichen Hilfebedarfs der Bevölkerung dar.“ Damit sei keine Voll- oder Rundumversorgung gemeint. Die Bürger müssen sich primär in einigen Punkten also selbst helfen. Die Gemeinden bleiben dennoch für ihre Bürger verantwortlich. Das Ausrufen des Katastrophenfalles durch den Landrat als letztes Mittel entbinde sie nicht von ihrer Fürsorgepflicht, teilte die Kreisverwaltung mit.

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