Storengy verzichtet aufgrund schwieriger Marktlage auf weiteren Ausbau bei Ellenberg

Gas-Speicher vor dem Abschluss

Auf dem Gelände des Erdgas-Speichers Peckensen bei Ellenberg sind zunächst keine großen Veränderungen zu erwarten. „Bis Oktober haben wir das Projekt abgeschlossen“, erklärte Dr. Matthias Schorr von der Unternehmenskommunikation der Storengy Deutschland GmbH. Fotos (3): Schröder

Ellenberg. Gazprom warnt vor Gaslieferstörungen aus Russland, doch bei Storengy (Betreiber des Erdgas-Speichers Peckensen) spielt die Ukraine-Krise eigentlich kaum eine Rolle.

„Heute würden wir mit keiner Faser mehr an einen solchen Ausbau wie hier bei Ellenberg denken“, erklärte Dr. Matthias Schorr (Storengy Unternehmenskommunikation) im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Von einem riesigen Umbruch im Energie-Markt spricht Schorr. Neue Gas-Leitungen aus Russland, Fracking in den USA und durch günstige Kohlepreise stehen viele Gaskraftwerke still in Deutschland – „und das trifft uns hart“, betont Matthias Schorr. Allein beim Betrieb der fünf Kavernen (unterirdische Gas-Speicher) bei Ellenberg müsse derzeit mit spitzer Feder gerechnet werden. Allerdings hofft der Unternehmenssprecher auch, dass die Talsole auf dem Gas-Markt nun erreicht sei.

Insgesamt investierte die Gas de France-Tochter Storengy rund 150 Millionen Euro in den Standort. Allein die Kosten je Kaverne beliefen sich auf knapp 25 Millionen Euro. Eine Gefahr für den Standort in der Altmark bestehe aber keinesfalls, betont Schorr. „Wir liegen hier sehr günstig“, erklärt der Storengy-Mann. Da sei der Knotenpunkt Steinitz und die gute geologische Situation durch die Salzstöcke. Allerdings sind weitere Investitionen in neue Speicherstätten – fünf Genehmigungen liegen vor – in weite Ferne gerückt.

Derweil liegen die Arbeiten an dem Großprojekt in den letzten Zügen. Die fünfte unterirdische Kaverne wird zur Zeit erstmals mit Erdgas befüllt. Bis Oktober sollen diese Arbeiten erledigt sein. Gestern fanden am vierten Speicher Messarbeiten statt. „Wir schauen uns die Temperaturen in der Kaverne an“, erklärte Tiefbauingenieur Kai Sönnichsen vor Ort. Durch das Gestein drumherum erwärmt sich auch das gespeichert Gas. „Und warmes Gas ist größer als kälteres“, stellte Sönnichsen klar, dass die Temperatur auch Auswirkungen auf die Speichermenge habe.

Dr. Matthias Schorr blickt trotz des Investitionsstopps positiv in die Zukunft und hofft auf Unterstützung aus der Politik. „Vor allem die Netzentgelte müssten gesenkt werden“, forderte Schorr.

Von David Schröder

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