Imker hat auch ein Patent angemeldet

Friedrich Lahmann aus Groß Bierstedt hat einzige Heidehonigpresse im Land

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Die Heidehonigpresse aus Edelstahl. Für Friedrich Lahmann ist Heidehonig der beste Honig.

Groß Bierstedt – Die Imkerei ist ein beliebtes Hobby, seit 1985 widmet sich auch Friedrich Lahmann aus Groß Bierstedt den Bienen und dem Honig.

„Ein ehemaliger Arbeitskollege hatte damals Bienen und für mich auch den ersten Schwarm eingefangen“, erinnert sich Lahmann zurück. Inzwischen ist die Imkerei für ihn viel mehr als nur ein Hobby, am 1. März 2016 hatte er sich selbstständig gemacht. Er ist seitdem Mitglied im Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) und schon seit 15 Jahren in der Europäischen Züchtergemeinschaft.

Er sei wohl erblich vorbelastet. Davon zeugt noch heute die Honigpresse aus dem Jahr 1867, die sein Uropa genutzt hatte. Die Presse war aus Eichenholz hergestellt worden.

Imker Friedrich Lahmann aus Groß Bierstedt beim Herausschneiden der Waben aus den Rahmen.

Friedrich Lahmann hat seine Heidehonigpresse im Jahr 2013 selbst gefertigt, aus 20 Millimeter starkem Edelstahl. Heidehonig habe eine andere Konsistenz als anderer Honig. Mit seiner Presse gehe die Herstellung des Honigs leichter von der Hand. „Und der Honig schmeckt auch anders, denn er hat einen hohen Wachsanteil“, erklärt der gelernte Mechatroniker. Nach seinen Angaben habe er die einzige Heidehonigpresse im Land Sachsen-Anhalt.

Den Heidehonig gewinne er aus der Colbitz-Letzlinger Heide, dort gebe es den größten zusammenhängenden Lindenwald Europas. Deshalb produzieren seine Bienen auch Lindenhonig. Weitere Standorte seiner insgesamt über hundert Völker befinden sich im Drömling und südlich von Berlin, wo er Akazienhonig herstelle. Die Imkerei als Beruf sei sehr anstrengend. „Bei der Honigernte bewege ich an einem Tag oft zwei Tonnen“, berichtet Lahmann. Vom 15. April bis zum 15. September sei Urlaub nicht möglich, noch nicht mal ein freier Tag. „An manchen Tagen bin ich 15 Stunden mit der Imkerei beschäftigt.“ Jährlich sei er rund 30 000 Kilometer im Auto unterwegs.

Der Honig fließt durch die Heidehonigpresse. Friedrich Lahmann hatte sie 2013 selbst hergestellt.

Zu den regelmäßigen Fahrten zu den Bienenstöcken kämen jedes Jahr auch noch Reisen zur Insel Baltrum, nach Lautenthal und Greifswald, um seine Königinnen begatten zu lassen. Wie viel Honig seine Bienen einbringen, könne er täglich und sehr genau auf dem Laptop verfolgen, denn bei jeder Tracht (das gesamte Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau, den die Honigbienen in den heimischen Bienenstock eintragen, d. Red.) gebe es eine Waage, die Werte werden digital übermittelt. „Im Jahr kommen da schon einige Tonnen an Honig zusammen“, sagt Friedrich Lahmann, der übrigens auch ein Patent angemeldet hat: für einen Honigdruckfilter.

VON CHRISTIAN REUTER

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