Behörden gehen gegen Tiere vor

Freilaufende Weißbüscheläffchen in Gieseritz: Drei Affen sind schon weg

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In Gieseritz sorgen mehrere im Dorf freilaufende Weißbüscheläffchen seit Monaten für Ärger bei Anwohnern. Besonders betroffen sind die Grundstücke, die sich im Umfeld der Kirche des Ortes befinden.

Gieseritz – In Gieseritz sorgen mehrere Affen seit Monaten für Ärger (AZ berichtete). Konkret handelt es sich um Weißbüscheläffchen, die sich laut Aussagen von Anwohnern freilaufend durch das Dorf bewegen.

Die Tiere würden sich an Früchten aus den Gärten laben und sogar durch offene Fenster und Türen in fremde Stuben springen.

Außerdem würden sich Anwohner durch die wie ein Fiepen klingenden Geräusche der ohne Schwanz nur etwa 18 bis 25 Zentimeter messenden und bis zu 400 Gramm wiegenden Äffchen belästigt fühlen. „Der Dorffrieden ist schon gestört“, brachte ein Bürger aus Gieseritz die Probleme mit den Affen, aber auch mit Waschbären, auf den Punkt.

Kontrolle am 18. Juli

Die AZ fragte beim Altmarkkreis Salzwedel nach, was denn bisher unternommen wurde, um die Lage im Dorf wieder in den Griff zu bekommen. „Die Halterin der Weißbüscheläffchen und Waschbären wurde durch die zuständigen Ämter des Altmarkkreises (Veterinäramt und Umweltamt, d. Red.) am 18. Juli 2019 kontrolliert“, teilt Pressesprecherin Amanda Hasenfusz mit.

Infolge dessen sei die Halterin gemäß §§ 43 Bundesnaturschutzgesetz aufgefordert worden, entsprechende Unterlagen über die Anzahl der Tiere, Unterteilung nach Geschlecht, Beschreibung der Unterbringung usw. bis zum 23. August dem Umweltamt vorzulegen. Hasenfusz: „Insbesondere wurde sie darüber belehrt, die Tiere ausbruchsicher unterzubringen.“ Die Frist sei erfolglos verstrichen und die Tiere seien nach wie vor in Gieseritz gesichtet worden, was zunehmend zu Ärger bei den Anwohnern geführt habe.

„Bei den Waschbären und den Weißbüscheläffchen handelt es sich um invasive Arten, die rechtlichen Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Haltung ergeben sich aus den §§ 40a ff. Bundesnaturschutzgesetz“, erklärt die Pressesprecherin weiter.

„Es geht ihnen gut“

Nunmehr sei auf dieser Grundlage am 5. September durch das Umweltamt des Altmarkkreises mit sofortiger Vollziehung verfügt worden, „dass keine neuen Tiere aufgenommen werden dürfen, die vorhandenen Tiere ausbruchsicher unterzubringen sind sowie die Chippung der Tiere“. Nachweise seien bis zum 17. September zu erbringen, so Hasenfusz.

Michael Olms, Bürgermeister der zuständigen Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf, bestätigte auf AZ-Nachfrage, dass in den letzten Tagen drei Affen in Gieseritz eingefangen worden seien. Dies sei mit Lebendfallen erfolgt. Nach Absprache mit dem Veterinäramt habe man die Tiere zuerst ins Tierheim Ahlum gebracht. Da es in Ahlum aber keine geeigneten Bedingungen zur Haltung von Weißbüscheläffchen gebe, seien sie in die Reptilienauffangstation nach Weißenfels gebracht worden. „Es geht ihnen dort gut“, betonte Michael Olms.

Nach Angaben des VG-Bürgermeisters befinden sich in Gieseritz noch zwei weitere Affen. Diese sollen ebenfalls mit Lebendfallen gefangen und nach Weißenfels transportiert werden. Wenn dies erfolgt ist, sei Entspannung in Gieseritz in Sicht. Vorausgesetzt, es gibt in dem Dorf in Zukunft nicht wieder Probleme mit Tieren, die dort eigentlich nicht hingehören, so Olms.

VON CHRISTIAN REUTER

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