In Fahrendorf hat die Feuerwehremanzipation Tradition

„Frauen an die Spritze“

Super Saison-Abschluss mit achtem Platz: Das Fahrendorfer Damenteam der Feuerwehr um Sabine Polzin (r.) ist der ganze Stolz des kleinen Dährer Ortsteils. Foto: Zuber

Fahrendorf. Dass Frauen bessere Fähigkeiten zum „Multitasking“ besitzen sollen, also das Talent, zeitgleich unterschiedliche Tätigkeiten auszuüben, ist hinreichend bekannt.

In dem kleinen Dährer Ortsteil Fahrendorf wird dieses feminine Talent auf eine ganz besondere Art unter Beweis gestellt: In dem Dorf hat die Feuerwehr-Emanzipation seit Jahren eine feste Tradition. Hier heißt es: „Frauen an die Spritze!“.

Nebenbei sind die engagierten Damen dann noch liebevolle Mütter, Ehefrauen, stehen tüchtig im Berufsleben, halten Hof und Garten auf Vordermann und kurbeln gleichzeitig das Familien- und Dorfleben an.

Bereits seit Jahren sind die Damen eine feste Basis der aktiven Truppe. In Fahrendorf, einem Ort mit nur knapp 60 Einwohnern, gibt es 38 Feuerwehrmitglieder, davon 19 Aktive. Bei den jüngsten Landesmeisterschaften belegten die Fahrendorfer Damen den achten und die Männer den 17. Platz.

Die starke neunköpfige Frauentruppe ist vor allem bei Wettkämpfen immer vorn mit dabei. „Wir haben zumindest immer die Startberechtigung bei den Landesmeisterschaften in Sachsen-Anhalt geschafft“, konstatierte Doris Schnobbel. Die Frau von Fahrendorfs Wehrleiter Rainer Schnobbel pflegt nicht nur die Chronik der Wehr. Sie muss im Laufe der Winterwochen beim Saubermachen auch immer mehr Pokale und gerahmte Urkunden entstauben, die sich binnen vieler Jahre im Gastraum des Fahrendorfer Wirtshauses auf Regalen und an den Wänden angesammelt haben. Die beste Platzierung der Fahrendorfer Damen bei den Landesmeisterschaften war laut Chronik ein toller fünfter Platz. „Bereits zweimal belegte das Team unter Leitung von Sabine Polzin nunmehr den achten Rang und einmal den 13. Platz“, erinnert sich Doris Schnobbel bei der Auswertung der diesjährigen Saison.

Die Wettkämpfe machen den Fahrendorferinnen Spaß und halten die Damen zudem körperlich fit: Je nach Länge und Beschaffenheit der Strecke braucht die Truppe für den Löschangriff nass zwischen 32:63 und 37:57 Sekunden.

Das derzeit neunköpfige weibliche Team der Fahrendorfer Feuerwehr besteht seit über 20 Jahren. Auf eines sind Sabine Polzin und Rainer Schnobbel besonders stolz: „Die Frauentruppe ist beim Wettkampf immer noch konstant besser als die schlechteste Männermannschaft!“ Derzeit bereiten sich die Damen schon auf die kommende Wettkampfsaison vor.

Von Kai Zuber

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