Geburtenrate hilft Kitas

AZ fragt: Was ist vom Projekt „KitaMobil“ geblieben?

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Clara Fleischner (6) fährt gerne mit dem Bus von der Kita nach Hause. Dieser „KitaMobil“-Bestandteil ist heute die Aufgabe des Kreises – es gelten die Rufbus-Tarife des PVGS. Clara wollte kürzlich ihrer Fahrerin Roswitha Heuer danken, die kam allerdings nicht zur letzten Mitfahrt des Kita-Kindes. So versprach Ersatzfahrerin Kerstin Döring, die Geschenke weiter zu reichen.

Beetzendorf-Diesdorf. Als vor gut vier Jahren – kurz nach der Gründung der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf – die Zahlen des Demographie-Checks in der Verwaltung ankamen, war die Prognose düster.

Die Statistik als Baustein des Projektes „KitaMobil“ sagte aus, dass zum Beispiel „die Zahl der Kinder unter sechs Jahren in der Mitgliedsgemeinde Diesdorf zwischen 2010 und 2020 besonders stark zurückgehen wird“.

Mit „KitaMobil“ wollte sich die VG im Kitabereich diesen schlechten Zahlen stellen und zukunftsfähig aufstellen. Dies bedeutete auch die Schließung der Tagesstätte in Lagendorf. Die Altmark-Zeitung fragte nun bei VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann nach, was aus dem Projekt bis heute geblieben ist.

Zuerst einmal die gute Nachricht: Der Geburtenrückgang ist seit gut zwei Jahren gestoppt. Die Prognosen, wonach weitere Kitas bald auf der Kippe stehen sollten, bestätigten sich bei weitem nicht. „Wir wollten eine Auslastung von mehr als 50 Prozent in jeder Kita und das haben wir erreicht“, erklärt dazu die Bürgermeisterin und fügt an, dass die Zahl der Tagesstätten auch ein Haltefaktor für die Region ist. „Für die nächsten fünf Jahre mache ich mir keine Sorgen“, antwortet die Verwaltungschefin auf die Frage nach dem Bestand der 15 Kindertagesstätten in der VG. Dies sah vor fünf Jahren noch deutlich anders aus.

Für Lüdemann ist das Projekt auch in vielen weiteren Bausteinen eine Erfolgsgeschichte. Sie verweist auf das Pool-Modell, wonach mehrere Kitas einen Pool bilden. „Dort entscheiden die Leiterinnen selbst, wenn zum Beispiel Erzieher-Ersatz benötigt wird. Diese Lösung hat sich etabliert“, erklärt Lüdemann. Sehr wenige Entscheidungen müssten seitdem von der Verwaltung „diktiert“ werden. Auch qualitativ sei die Ausbildung der Erzieher durch gemeinsame Fortbildungen verbessert worden.

In puncto Personalausstattung geht die VG im nächsten Halbjahr in den Angriff über. „Wir stellen bis Anfang 2016 insgesamt 14 neue Erzieherinnen ein“, berichtet Lüdemann. Diese seien nur in wenige Fällen Krankheits- oder Schwangerschaftsvertretungen. Dies verursacht vor dem Hintergrund der Tarifverhandlungen (derzeit in der Schlichtung) allerdings steigende Kosten. „Steigen die Lohnkosten, wie gefordert, würde das zu einer Umlageerhöhung im nächsten Jahr führen“, betont Lüdemann mit Blick auf die VG-Mitgliedsgemeinden. „Die Pflichtaufgaben sind nunmal kostenintensiv, und wir müssen sie erfüllen“, betont sie. Hoffnung macht der Bürgermeisterin das Stark-V-Programm, damit könnten nach jetzigem Stand 1,9 Millionen Euro in die Bausubstanz der Kitas investiert werden.

Von David Schröder

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