Bürokratie fast überwunden / Fundament macht dem Vorstand Sorgen: allein Kosten für die Kernbohrungen belaufen sich auf 8700 Euro

Förderverein treibt Turmbau zu Dähre voran

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Der neue und alte Vorstand (v.l.): Paul-Rainer Picht, Gerhard Schmidt, Klaus Schartmann (sitzend), Reiner Lehmann und Holger Dieckmann.

rl Dähre. Der Förderverein St. Andreas Kirche Dähre kämpft seit Jahren um einen neuen Kirchturm. Lange Zeit war es ruhig geworden. Doch das hatte seine Gründe – die Bürokratie.

Welche bürokratischen Hürden bisher überwunden werden mussten, damit der Bauantrag überhaupt genehmigt wurde, darüber berichtete Vorsitzender Klaus Schartmann während der jüngsten Jahreshauptversammlung.

So soll der neue Kirchturm aussehen. Der Bauantrag ist genehmigt. Doch es gibt Probleme mit den Fundamenten.

So waren zahlreiche Gutachten notwendig, wie Standsicherheitsnachweis, Bodengutachten und vieles mehr. Weiter mussten Änderungswünsche der Behörden eingebaut werden. Doch seit Februar 2017 ist der Bauantrag genehmigt. Somit könnte bald gebaut werden. „Wenn da nicht die geforderte Pfahlgründung und die lieben Finanzen wären“, sagt Schartmann. Da der Turm auf historischem Standort gebaut werden soll und die noch im Boden befindlichen alten Fundamente nicht sicher genug sind, hat die Denkmalpflege eine Pfahlgründung mit einem aufgesetzten Korsett gefordert. 15 Stahlbetonpfähle mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern sollen bis zu 9,50 Meter tief eingebracht werden. Dazu sind 15 Kernbohrungen durch das Feldsteinfundament notwendig.

„Das kostetet uns ein Vermögen, welches wir nicht haben“, sagte Schartmann. Allein die Kernbohrungen bezifferte der Vorsitzende auf 8700 Euro. Dazu kommen dann noch die 15 Stahlbetonpfähle und das Korsett. „Ist das alles notwendig?“, fragte Reiner Lehmann. Nach eingehender Diskussion soll mit dem Landesamt für Denkmalpflege ein Gespräch gesucht werden. Ziel ist es, die alten Steinfundamente ganz rauszunehmen und dann das neue Fundament nach traditioneller Art zu bauen. „Das wäre kostengünstiger“, sind sich alle einig.

Die St. Andreas Kirche mit altem Turm, der im vorigen Jahrhundert eingestürzt ist.

Der neue Turm wird aus Ziegelmauerwerk mit 49 Zentimeter starken Wänden errichtet. Er ist wie der einst eingestürzte Turm 24 Meter hoch, besteht aus vier Stockwerken mit einer Glockenstube aus Eichenfachwerk. Wie Schartmann weiter informierte, soll in der neuen Glockenstube der alte Glockenstuhl eingebaut werden. Im Erdgeschoss wird eine Winterkirche eingerichtet. „Es führt von dort keine Treppe ins erste Obergeschoss. So gewinnen wir 44 Quadratmeter “, sagte der Vorsitzende. Im ersten Obergeschoss soll die Windlade der Orgel integriert werden. Geplant ist, das Projekt der Öffentlichkeit während eines Infonachmittages am Sonntag, 18. Juni, vorzustellen.

Auch der Vorstand wurde neu gewählt. Es blieb alles beim Alten. Vorsitzender Klaus Schartmann, Kassierer Holger Dieckmann, Beisitzer Paul-Rainer Picht, Gerhard Schmidt und Reiner Lehmann. Zu Kassenprüfern wählte die Versammlung Silvio Scholz und Otthard Schulz.

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