Oldtimer

Neue Heimat für alten Feuerwehr-Bulli

Ein Mann schaut sich einen roten VW-Bull-Oldtimer der Feuerwehr an.
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Als „roten Edelstein der Feuerwehr“ bezeichnen die Siedengriebener liebevoll diesen 50 Jahre alten VW Bulli, der jahrzehntelang als das älteste noch in Dienst stehende Feuerwehrfahrzeug der Region galt. Nach seiner Ausmusterung bemüht sich ein Förderverein um eine Übernahme.
  • vonStephan Ernst
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Knapp 70 Einwohner leben in dem kleinen Beetzendorfer Ortsteil Siedengrieben. Ein Drittel von ihnen sind bereits im neu gegründeten Förderverein organisiert, der seit Monaten im Dorf rege aktiv ist. Sie wollen jetzt einen 50 Jahre alten VW-Bulli der Feuerwehr übernehmen.

Siedengrieben/Beetzendorf – Nun stellte der Siedengriebener Verein unter Federführung seiner Vorsitzenden Julia Leusmann den Antrag, den museumsreifen VW Bulli nach Schließung der Ortsfeuerwehr nutzen zu können. Das ehemalige Feuerwehrfahrzeug der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf befindet sich mittlerweile wieder im Eigentum der Kommune Beetzendorf und steht im alten Spritzenhaus im Ortsteil Stapen.

Im Beetzendorfer Gemeinderat wurde nun während der jüngsten Sitzung ein Nutzungsvertrag für den VW-Bulli diskutiert und beschlossen. Den Oldtimer der ehemaligen Freiwilligen Feuerwehr könnte demnach der Förderverein in Siedengrieben nutzen, auch wenn mit ihm aus Sicherheitsgründen keine Mannschaftstransporte erfolgen dürfen, wie es im Rat hieß.

50 Jahre ist der VW Bulli alt und der rote Lack ist immer noch nicht ab. Der betagte Volkswagen-Oldtimer war lange Zeit das älteste Einsatzfahrzeug der Feuerwehr in der Region. Das Gefährt stammt ursprünglich von der Siedengriebener Partnerwehr aus dem niedersächsischen Groß Süstedt bei Uelzen. Wegen des guten Zustands und der Pflege durch die Stapener Wehr wurde auch schon der Vorschlag unterbreitet, den roten Einsatzwagen von 1971 ins VW-Museum nach Wolfsburg überführen zu lassen. Aber aus den Plänen wurde nichts. Der T1-Bus von VW war das erste Modell der Reihe und wird heutzutage bei Liebhabern nahezu mit Gold aufgewogen. Die Gebote gehen im Handel je nach Zustand schon mal bis 160 000 Euro. Die meisten gepflegten Modelle erzielen beim Verkauf mindestens Preise zwischen 30 000 bis 70 000 Euro. Dazwischen dürfte sich etwa auch der Wert des Stapener Fahrzeugs einpegeln. Was für einen bleibenden Wert das museumsreife Fahrzeug darstellt, ist auch der Gemeinde Beetzendorf und den Ratsmitgliedern mittlerweile mehr als bewusst. Dies schlägt sich auch in dem detaillierten Nutzungsvertrag nieder, der dem Förderverein nun angeboten wird.

Fazit: Es muss eine spezielle Vollkaskoversicherung für wertvolle Oldtimer abgeschlossen werden, der alle möglichen Risiken abdeckt. Besonders der Diebstahlschutz müsse hier zum Tragen kommen, hieß es im Rat. Die mögliche Nutzung des „roten Edelsteins“ könne durch den Verein erfolgen, falls er den Vertrag akzeptiert. Eigentümer des Fahrzeugs bleibt jedoch die Gemeinde Beetzendorf.

Vize-Bürgermeister Dietmar Sommer möchte außerdem, dass ein Fahrtenbuch geführt wird. Der Fahrzeugnutzer soll zudem die Versicherungs- und Benzinkosten tragen. (Kai Zuber)

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