Los gehts in Kuhfelde / „Eingriff in den Lebensraum“

Radweg wird neben der Bundesstraße gebaut: Fledermäuse müssen umziehen

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Entlang der B 248 wird von Kuhfelde aus ein neuer Radweg bis an den Warthekreisel gebaut. Die Strecke kostet rund 966.000 Euro.

Kuhfelde. Für rund 966.000 Euro soll von Kuhfelde aus bis an den Salzwedeler Warthe-Kreisel ein neuer Radweg gebaut werden. Wann es losgeht und wie es lange – das hat Auftraggeber Landesstraßenbauamt allerdings noch nicht mitgeteilt.

Knapp fünf Kilometer lang wird sich der Asphaltstreifen einmal an der B 248 entlang winden und dabei eine Breite von 2,5 Metern haben. Größtenteils verläuft die Piste parallel zur Bundesstraße. Nur in zwei Bereichen wird die Strecke an die Fahrbahn geführt – damit so wenig wie möglich Bäume gefällt werden müssen.

Als besonderen Anreiz für den Ausbau sieht die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt den Salzwedeler Märchenpark am Warthekreisel – und möchte durch den Ausbau des Radnetzes auch dessen Erreichbarkeit verbessern. Bereits seit 2006 läuft die Planung. Da damals aber der erforderliche Grund und Boden (rund 32 970 Quadratmeter) über Bauerlaubnisverträge nicht zu bekommen war, wurde ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet.

Einen besonderen Stellenwert nehme die Unfallstatistik ein. Der Standort B 248 Kuhfelde erhielt von der Behörde die höchste Prioritätsstufe, da dort seit Jahren sehr hohe Unfallzahlen zu verzeichnen seien. Allerdings wurde am Ende dann doch ohne Wildschutzzäune oder Durchlässe geplant.

Besonderes Augenmerk wurde auf die ansässige Vogelwelt gelegt. So kommt der Feststellungsbericht zu dem Schluss, dass Heide- und Feldlerchen Eingriffe in ihre Lebensräume hinnenhmen müssen. Und auch die Fledermäuse kommen zu Gunsten des Radweges nicht ungeschoren davon. Der kleine Abendsegler und die Breitflügelfledermaus sowie auch die Waldeidechsen müssen durch die Baumaßnahme ihren angestammten Lebensraum aufgeben, stellt die Behörde fest. Da Fledermäuse jedoch tagsüber in ihren Verstecken schlafen, wird befürchtet, dass diese während der Baufreimachung getötet werden könnten. Deshalb sollen diese Arbeiten auf die Winterzeit begrenzt werden.

Der Radwegausbau von Kuhfelde bis zum Warthekreisel soll als Lückenschluss dienen. Denn die Bundesstraße 248 werde kaum durch Radfahrer genutzt, da aufgrund der Dichte der dort fahrenden Pkw und Lkw ein hohes Gefährdungspotenzial bestehe. So soll den Radfahrern wieder eine Möglichkeit eröffnet werden.

Kuhfeldes Bürgermeister Frank Leskien hofft, dass der Baubeginn des neuen Radweges nicht mehr so lange hin ist. Der Ortschef drängt seit Jahren darauf. „Der Bedarf ist da“, zeigte sich Frank Leskien im Gespräch mit der Altmark-Zeitung von der neuen Piste überzeugt.

Von Katja Lüdemann

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