Gemeindepädagoge Steffen Kiesner-Barth berichtet über Abenteuer im hohen Norden

Mit dem Faltboot nach Grönland

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Steffen Kiesner-Barth zeigte bei seinem Vortrag in Rohrberg, wie ein selbst gebautes Kajak aussieht. In Grönland dient es den Inuit bei der Jagd auf Robben. Das kleine Boot war 19 Kilogramm schwer und rund fünf Meter lang.

Rohrberg / Osterwohle. Der Andrang am Buffet beim Männerfrühstück am Sonnabend in der Rohrberger Gaststätte „Alter Bahnhof“ war wie erwartet groß.

Kein Platz war mehr frei, denn 90 Männer wurden neben dem Essen und der musikalischen Einlagen von Dirk-Peter Hahn und Tochter Juliane zumeist von dem spannenden Vortrags-Thema angelockt: „Mit dem Faltboot nach Grönland im Land der Menschen oder mit Gott auf Du und Du“. Gemeindepädagoge Steffen Kiesner-Barth aus Osterwohle berichtete über seine Abenteuer im hohen Norden.

Der 50-jährige Kajak-Liebhaber und Naturfreund hat sich zu seinem runden Geburtstag einen lange gehegten Traum erfüllt. „25 Tage habe ich im Frühjahr 2017 in Grönland verbracht“, berichtet Steffen Kiesner-Barth. Mit seinem eigenen Faltboot im Fluggepäck ist er nach Grönland gereist, um am Rande der Zivilisation zu paddeln und dabei Gott näher zu kommen, wie der Referent sagte. „Ich habe eine grandiose Natur erlebt und liebenswerte Menschen kennengelernt. Buckelwale kreuzten meine Kajakroute“, berichtet der Gemeindepädagoge.

Er erlebte die grönländischen Kajakmeisterschaften in Aasiaat, das Weltnaturerbe des Kandja-Eisfjords sowie die Taufen und Gottesdienste der Eskimos, die auch Inuits genannt werden. Die Eindrücke seiner gut dreiwöchigen Reise hielt Steffen Kiesner-Barth mit seiner Kamera fest und zeigte sie während eines Bildervortrages den Gästen des Männerfrühstücks. Die Reise war für den Altmärker auch eine Fahrt der Einkehr und Ruhe gewesen – ein Auftanken mit Gott, wie der Referent betonte.

Steffen Kiesner-Barth erzählte aber auch von der Einsamkeit im hohen Norden und den Gefahren in der Natur. Immer wieder habe ihm dort Gottvertrauen geholfen, so Kiesner-Barth in Rohrberg. Kanus sind für die Inuits Lebensgrundlage bei der Jagd auf Robben. Legendär ist daher die lebensrettende Eskimo-Rolle, eine Drehung mit dem ganzen Körper samt Kanu und Paddel im Wasser. Rund 25 verschiedene Varianten dieser Rollen gibt es und Steffen Kiesner-Barth beherrscht zumindest eine davon. „Das Wasser hat eiskalte 4 Grad Celsius. Wenn man hinein fällt, bleiben einem nur vier Minuten Zeit zum Handeln, sonst erfriert man“, sagt der Osterwohler. Sein Faltboot in Grönland war 19 Kilogramm schwer und rund fünf Meter lang. „Heute ist das Land hoch technisiert. Gerade mal 2000 Inuit aus Grönland jagen noch mit dem Kajak traditionell auf Robben“, erzählte Steffen Kiesner-Barth in seinem ausführlichen Vortrag.

Von Kai Zuber

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