Klaus Kagelmann stellt seltene Früchte vor, die bald bei uns heimisch werden könnten

Exoten erobern die Altmark

„Frisch schmeckt es am besten“, sagt Klaus Kagelmann. Der Experte stellte Exoten vor, die in den nächsten Jahren bei uns heimisch werden könnten.
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„Frisch schmeckt es am besten“, sagt Klaus Kagelmann. Der Experte stellte Exoten vor, die in den nächsten Jahren bei uns heimisch werden könnten.

Diesdorf – Die Erde befindet sich derzeit in einer Warmzeit und der Treibhauseffekt tut sein Übriges.

Fazit: In unserem gemäßigten Klima wachsen wohl künftig auch vielversprechende Sorten, wie die Indianerbanane (Asimina triloba), die Kaki-Sharon-Frucht, Feigen, die Akebie, die Kornelkirsche oder Aronia.

Zahlreiche alte und regionale – in dem neuen Pfarrgarten aber auch exotische Obstsorten wachsen im Freilichtmuseum Diesdorf. Die Besucher entdeckten vor Ort Vielfalt und Geschmack. „Frisch vom Baum gepflückt schmeckt es am besten“, sagt Klaus Kagelmann. Der Experte stellte zahlreiche Exoten vor, die in den nächsten Jahren bei uns heimisch werden könnten. Die Gartenakademie Sachsen-Anhalt informiert zudem über das „Natur im Garten“-Konzept.

Alte Obstsorten sind im Trend: Vor Ort konnten „Goldparmäne“ und „Kaiser Wilhelm“ bestaunt werden.

Hintergrund der Aktion ist das unter anderem aus Mitteln der EU finanzierte Projekt zum Aufbau eines Pfarrgartens im Schatten der neu aufgestellten Kapelle aus Klein Chüden. Bereits wenige Wochen nach seiner Eröffnung ist der kleine Garten mit seiner Naturstein-Einfassung ein Besucher-Highlight. Der botanische Schau- und Lehrgarten im Diesdorfer Freilichtmuseum ist zudem behindertengerecht. Exotische Gewächse wie die Blaugurke, eine Mini-Kiwi oder die Chinesische Dattel sind dort zu sehen. Der Pfarrgarten diente früher zur Selbstversorgung des Geistlichen und seiner Familie. Hier fanden sich neben den üblichen Nutzpflanzen aber auch exotische Gewächse. Im 18. Jahrhundert wandelte sich der Pfarrgarten vielerorts auch zu einem botanischen Garten auf dem Lande. Pastoren zählten in der Altmark neben Lehrern, Ärzten und Apothekern zur intellektuellen Elite. Sie kultivierten Pflanzenexporte aus Übersee, züchteten Arten und veredelten Obstsorten. Daneben waren sie oft auch Imker. „Diese Innovationsbereitschaft und Entdeckerfreude diente als Vorbild für den neuen Pfarrgarten im Freilichtmuseum Diesdorf“, heißt es auf einer Tafel im Begrüßungstext. Hier orientierte man sich zuweilen an der Gliederung der Adelsgärten, deren quadratisch-geometrische Beete und Wegkreuze mit Steinmauern und Buchsbaumhecke eingefasst waren. „Die Exoten von heute sind die alten Sorten von morgen“, lautet ein Zitat des österreichischen Pomologen Siegfried Tatschl. So ähnlich lautet auch die Leitphilosophie bei der Gestaltung des neuen Pfarrgartens. Entwickelt wurde der neue Schau- und Lehrgarten im Rahmen des Leader-Projektes „Ökologische Gestaltung und Pflege von öffentlichen Grünräumen“ von Partnern aus Niederösterreich und Sachsen-Anhalt gemeinsam. VON KAI ZUBER

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