Farbenfrohes und sonniges Kulturfest lockte hunderte Besucher an

Europa zu Gast im Museum

Landrat Michael Ziche (v.l.), Museumschef Friedhelm Heinecke und Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß kosteten das leckere Landbier.

Diesdorf. Als erstklassige Gastgeber anlässlich des Europäischen Kulturfestes zeigten sich am Wochenende die Altmärker im Diesdorfer Freilichtmuseum.

Bei prächtigem Altweibersommer-Wetter konnten Landrat Michael Ziche und Anne-Marie Keding, Staatssekretärin im Magdeburger Landwirtschaftsministerium, Regionalvertreter aus Estland, Lettland, Litauen, Masowien, Ermland-Masuren, Polen sowie der Tschechischen Republik zur Eröffnung begrüßen. Das farbenfrohe Kulturfest lockte hunderte Besucher an. „Das Wetter hier erinnert mich an unseren schönen polnischen Herbst“, sagte Dolmetscher Gregor Zaloga. Er war mit seinen zwölf Sprachen am Wochenende zur Vermittlung von Kontakten in den einzelnen ländlichen Regionen ein gefragter Mann.

Gästen wie Organisatoren wurde trotz Eurokrise in Diesdorf bewusst, wie friedlich und belebend der kulturelle Austausch zwischen den Nationen ist. Stars am Sonneband waren zunächst die Heimatinteressierten des Dährer Karnevalsvereins mit der Darstellung ihres altmärkischen Hochzeitszuges. Der Brautzug mit Rainer Tscherning und Michelle Herrmann an der Spitze war umrahmt von Gästen und Blumenmädchen ein echter Hingucker. Während die Aktiven der Diesdorfer Feuerwehr ihre historische Handdruckspritze vorführten, kosteten Michael Ziche, Museumschef Friedhelm Heinecke und Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß das leckere Landbier aus Gardelegen.

Auf drei Bühnen sorgten Chöre und Folkloreensembles für Aufsehen. „Ich bin die kleine Diesdorferin“, stellten sich die Kinder der Grundschule mit ihrem Programm vor. Nicht zu kurz kamen auch Tänze, unter anderem dargeboten von „Fitschebeen“ aus Salzwedel und der Volkstanzgruppe aus Iden. Auch die Gäste aus den europäischen Partnerregionen präsentierten sich farbenprächtig. Neben Musik und Tanz gab es leckere Kostproben der polnischen Küche. Gleich nebenan machte Andrzej aus Masuren Werbung für seine zauberhafte Heimat. Insgesamt gelang es in Diesdorf, die bereits zuvor erarbeiteten Kooperationsprojekte zur Entwicklung der ländlichen Räume in ganz Europa auf den Weg zu bringen.

Nach traditionellem Schaudreschen und Eindrillen des Winterroggens am Sonnabend waren Erntedankgottesdienst und historische Kartoffelernte die Höhepunkte des Sonntags. Neben dem Auftritt der Diesdorfer Schalmeienkapelle begeisterte erneut das Programm der Grundschule. 54 Händler und zahlreiche Ausstellungen luden mit ihrer breiten Angebotspalette zum Marktbummel ein. Nebenbei lockten Mühlenführungen, Ponnyreiten und Blaudruck-Vorführungen. Alle Knirpse konnten probieren, wie es war, als Opa und Oma einst ohne Gameboy-Spiel ihre Tage mit einfachen Unterhaltungsmitteln verbrachten.

Nicht nur wegen des sagenhaften Wetters waren sich am Ende alle Gäste einig: Das Europäische Kulturfest im Diesdorfer Freilichtmuseum hat als echter Meilenstein in der Region völlig neue Maßstäbe gesetzt.

Von Kai Zuber

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