Egon Kutzschbauch aus Jübar ärgert sich über gestiegene Abfallgebühren

36 Euro für eine Fuhre Windeln

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Windeln müssen über die Abfallwirtschaftshöfe entsorgt werden, entweder über den Hausmüll oder durch das eigene Anliefern auf der Deponie. In die Umwelt gehören Windeln, so wie jeder andere Müll auch, nicht. 

Jübar – Egon Kutzschbauch aus Jübar ist verärgert über die gestiegenen Abfallgebühren. Alle vier Wochen fährt er zur Deponie nach Gardelegen, um dort mehrere Säcke mit Windeln entsorgen zu lassen.

„Meine Frau hatte eine Niere wegen einer Krebserkrankung verloren und ist dadurch inkontinent geworden“, erklärt Kutzschbauch. Schon seit vier Jahren fahre er die Windeln zur Deponie.

Bisher habe er dafür sechs bis elf Euro bezahlt -– je Fuhre. Nach Gewicht sei das gegangen. In der vergangenen Woche sei er wieder auf der Deponie gewesen. Da habe man ihm gesagt, ab dieser Woche müsse er pauschal 36 Euro für eine Ladung zahlen, da nun nicht mehr nach Gewicht, sondern pro Auto abgerechnet werde.

„Ich finde das nicht in Ordnung. Dann werden die Leute eben ihren Müll nicht mehr auf der Deponie abgeben, sondern im Wald entsorgen“, empört sich Egon Kutzschbauch.

Auf Nachfrage der AZ äußerte sich Amanda Hasenfusz, Pressesprecherin des Altmarkkreises Salzwedel. Der Kreistag des Altmarkkreises Salzwedel habe mit Datum vom 17. Dezember 2018 die neue Abfallwirtschaftssatzung und die neue Abfallgebührensatzung (beides gültig ab 1. Januar 2019) beschlossen. „Beide Satzungen wurden dann als Sonderamtsblatt am 26. Dezember 2018 veröffentlicht.“

Mit der Abfallgebührensatzung sei eine Gebührenanpassung beschlossen worden, teilte Hasenfusz mit. „Bestandteil der Abfallgebührensatzung sind sämtliche Gebühren, die notwendig sind, um die Kosten für die Abfallentsorgung abzudecken. Darüber hinaus werden die Gebühren für die Selbstanlieferung für Abfallfraktionen auf den Abfallwirtschaftshöfen geregelt. Hier wird nach bestimmten Rubriken unterschieden, wie der Abfall dort angeliefert wird, so zum Beispiel Abfallsack, Kofferraum Limousine, Kofferraum Kombi, Autoanhänger.

Hierfür wurden die Gebühren kalkuliert“, erläuterte die Pressesprecherin. Und ergänzte noch: „Eine weitere Unterteilung nach bestimmten Gewichtsgrenzen, wie in der bisherigen Satzung, ist rechtlich leider nicht mehr möglich, sodass es durchaus zu Steigerungen, aber eben auch zu geringeren Gebühren je nach Einzelfall bei der Anlieferung von Abfall kommen kann.“

Die Abfallwirtschaftssatzung sei auf den Grundsatz der Abfallvermeidung ausgerichtet. Dennoch müsse angefallener Abfall gesammelt, transportiert und ordnungsgemäß verwertet oder entsorgt werden.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit für die Zeit des erhöhten Aufkommens an Abfall, ein größeres Behältervolumen in Anspruch zu nehmen.

Amanda Hasenfusz, Pressesprecherin des Altmarkkreises Salzwedel

Was die Entsorgung von Windeln auf der Deponie Gardelegen durch Egon Kutzschbauch betrifft, seien „weitere durch den Landkreis vorgesehene Entsorgungsmöglichkeiten in der Satzung vorgesehen, die weniger aufwendig, zeitintensiv und von den Gebühren durchaus geringer ausfallend, möglich sind“.

Amanda Hasenfusz: „Der Landkreis bietet gerade für zusätzlich anfallenden Abfall (zum Beispiel Windeln) blaue Abfallsäcke für 5,20 Euro an, die mit der Abfuhr der Abfalltonne bereitgestellt werden und entsorgt werden können. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit für die Zeit des erhöhten Aufkommens an Abfall, ein größeres Behältervolumen in Anspruch zu nehmen. Im Landkreis wird das Mindestbehältervolumen an die Anzahl der im Haushalt mit Hauptwohnsitz lebenden Bewohner berechnet. Größere Behälter können zu jeder Zeit in Anspruch genommen werden.“

Sofern Bedarf bestehe, könne sich der Bürger sehr gerne an den zuständigen Sachbearbeiter für Abfallgebühren innerhalb der Kreisverwaltung wenden, der eine Vergleichsrechnung vornehme. Die passende Telefonnummer finde der Bürger immer im letzten Abfallgebührenbescheid, informierte die Pressesprecherin des Altmarkkreises abschließend.

Von Christian Reuter

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