Emsiges Treiben in Saalfeld / Stress in Rohrberg / Hoffen in Apenburg

Die ersten Störche nisten

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Das Nest an der Kirche in Rohrberg. Hier fühlen sich die Adebare derzeit durch die aktuellen Bauarbeiten am Dach des Gotteshauses gestört. 

Beetzendorf / Diesdorf. Mit dem anhaltenden Baby-Boom in Deutschland gibt es auch Aufwind bei Familie Adebar. Die ersten Störche nisten bereits seit einiger Zeit in ihren Nestern in luftiger Höhe.

Die ersten Störche nisten schon. Der feuchte Start in das Jahr bedeutet in der Regel günstige Nahrungsbedingungen für die Vögel.

Emsiges Treiben gibt es derzeit auf dem Nest in Saalfeld nahe der Kirche am Saalfelder Rundling. Dort habe sich der Storchenbetreuer des Altkreises Salzwedel, Thomas Koberstein, bereits ein Bild von der Lage gemacht, wie Storchennachbar Volker Preis der AZ berichtete. „Schon am 26. März kam das Storchen-Männchen. Am 5. April war dann das Weibchen in Saalfeld da. Die Dame wurde bei Darsekau in Niedersachsen geboren und trägt auf ihrem Ring die Kennung 1T722“, wusste der Veterinär-Mediziner zu berichten. In der Vergangenheit gab es bereits Storchen-Dramen in Saalfeld. Doch in diesem Jahr, so hoffen die Betreuer, müsste alles glattgehen.

Stress gab es bei Familie Storch dagegen in den vergangenen Tagen in Rohrberg. Dort steht ein Nest an der Kirche. Und weil sie bis zum Sommer hinsichtlich des Schimmel-Befalls saniert wird (die AZ berichtete), sind natürlich die Bauarbeiter den Adebaren ein Dorn im Auge, wie Rohrbergs Bürgermeister Bernd Schulz sagte. „Die Störche waren vor Ort an der Kirche und am Nest, aber sie fühlten sich offenbar gestört“, so der Ortschef. Mehr Ruhe gibt es dagegen unter anderem am Storchennest im Rohrberger Ortsteil Bierstedt.

Hoffnung hegen die Storchenbetreuer dieses Jahr in Apenburg. Dort hatte die Feuerwehr das Nest an der Burg in einer speziellen Aktion hergerichtet. Auch die Falken, die dort brüten wollen, sollen möglichst von dem Storchennest ferngehalten werden. Für sie stehen genügend Nisthilfen an den Burgmauer bereit. Gute Nachrichten gab es auch aus den Storchendörfern Dambeck, Dähre und Mehmke.

In Mehmke hoffen die Storchenbetreuer dieses Jahr auf Frieden am Nest hoch droben auf dem Molkerei-Schornstein. Hintergrund: Dort hatte es in der Vergangenheit Attacken seitens der Nilgänse, einer aggressiv auftretenden Tierart, gegeben. Insgesamt teilen sich derzeit vier Adebar-Betreuer die riesige Fläche im Altmarkkreis Salzwedel. Neben dem Drömling, Kalbe und dem Altkreis Klötze ist es vor allem auch das Gebiet rund um Salzwedel, das umsorgt werden muss. Das Vorjahr sei verhältnismäßig feucht gewesen, was hinsichtlich der Nahrung günstige Bedingungen mit sich bringt.

Der Salzwedeler Thomas Koberstein kümmert sich um die Adebare rund um die Hansestadt. Insgesamt rund 20 besetzte Horste gab es in der Region im Vorjahr. Anfang August werden die altmärkischen Adebare wieder gen Süden ziehen. Die Jungtiere beginnen in der Regel zuerst mit der Reise. Die Westzieher-Störche haben es ebenso eilig wie die so genannten Ostzieher, wobei letztere natürlich den weiteren Weg vor sich haben. Die Jungtiere treffen sich als Trupps, sammeln sich und gehen auf die Reise. Koberstein ist für das Beringungsgebiet von Hohenböddenstedt bis Höwisch und von Hoyersburg bis Saalfeld zuständig.

Von Kai Zuber

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