Entscheidung pro Waldbad Apenburg gefordert / Josten: „Finanzieller Spielraum muss stimmen“

„Eine Entscheidung muss her“

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Einen verwahrlosten Eindruck macht das Apenburger Waldbad derzeit (großes Bild). Kann sich der Flecken den Betrieb erlauben? Der Gemeinderat muss dazu bald eine Entscheidung fällen. In Winterfeld ist der neue Dorfplatz so gut wie fertig (kl. Bild).

Apenburg. Kein Thema beschäftigte die Apenburger im vergangenen Jahr so sehr wie der Fortbestand oder die mögliche komplette Schließung ihres Waldbades.

Jetzt bahnt sich zur nächsten Ratssitzung des Flecken Apenburg-Winterfeld eine endgültige Entscheidung an, nachdem das Bad 2013 erst gar nicht öffnete.

„Der Rat muss eine Grundsatzentscheidung treffen“, sagt Bürgermeister Harald Josten und kann derzeit keine Tendenz unter den gewählten Gemeindevertretern erkennen. Derweil stellt der Förderverein Waldbad klare Forderungen (AZ berichtete): „Wir brauchen ein klares Ja oder Nein“, erklärt Jürgen Ulrich. Erst bei einer Richtungsentscheidung könne der Verein Gelder für Instandsetzungen freigeben und auch Sponsoren überzeugen, das Bad zu unterstützen. „Diese Eierei kann nicht so weitergehen“, betont Ulrich, der auch meint, dass der Rat durch diese Verzögerungen nur Zeit gewinnen will. „Müssen wir noch ein Jahr warten, dann ist alles hin“, sagt Ulrich. Der Fördervereinsvorsitzende macht aber auch eine Kampfansage: „Wir werden nicht nachlassen, auch wenn sich der Rat gegen das Bad entscheidet.“ Sogar über die Gründung einer Genossenschaft hat sich Ulrich schon informiert, „doch das müssen dann Jüngere machen und nicht ich, mit meinen 73 Jahren.“

Auch für den Bürgermeister gibt es derzeit nur eine Vorgehensweise: „Zunächst muss der Rat feststellen, ob wir das Bad überhaupt erhalten wollen. Danach müssen wir über den finanziellen Spielraum reden. Machbar ist es nur mit einem eindeutig kalkulierten Risiko.“

Dabei sehen die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde nach Angaben von Josten nicht sehr rosig aus. „Wir haben kürzlich die ersten Orientierungszahlen für die Schlüsselzuweisungen erhalten“, sagt der Bürgermeister enttäuscht. Demnach bekommt die Gemeinde etwa 200 000 Euro weniger vom Land. „Auch wenn die Kreisumlage gesenkt wurde, fehlen uns trotzdem knapp 100 000 Euro im Haushalt“, betont Josten.

Glücklicher ist der Bürgermeister über die Situation am neu gestalteten Dorfplatz in Winterfeld. „Wir können zwar das Weihnachtsbaumverbrennen dort noch nicht stattfinden lassen, aber der Platz dürfte in den nächsten Wochen fertig sein“, versicherte Josten.

Von David Schröder

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