Geflügelte Weihnachtsboten: Hartmut Förster hat weitere Sammelleidenschaft

Die Engel von Lüdelsen

+
Hartmut Förster zeigt sein schönstes und größtes Sammler-Stück: Ein Engel des Karmeliter-Ordens. Eine der Ordensschwestern hat sie gebaut. Die Kleidung ist aus Wachs.

Lüdelsen / Jübar. Es wird noch weihnachtlicher in Lüdelsen, denn nach den Weihnachts-Krippen landen dort auch die geflügelten Engel pünktlich zum Fest.

Hintergrund: Der Pastor im Ruhestand, Hartmut Förster, hat nämlich noch eine weitere, wenn auch kleinere Sammel-Leidenschaft für sich entdeckt. „Wenn ich einen schönen Engel sehe, dann kann ich nicht widerstehen und muss ihn haben“, erklärt Förster der AZ auf Anfrage. Die Sammlung der geflügelten Weihnachtsboten ist derzeit aber noch eher sporadisch und im Aufbau begriffen. Dennoch zeigt der Lüdelsener Sammler Interessenten bereits die ersten Engel, die jedoch als Sammlung angesichts der Weihnachtskrippen-Dominanz fast verblassen.

Ein filigraner vietnamesischer Engel aus Papier ist Teil der Lüdelsener Sammlung. In der Bibel kommen Engel wörtlich 305 Mal vor.

„Das ist mein schönstes und größtes Stück: Ein Engel des Karmeliter-Ordens. Eine der Ordensschwestern hat sie gebaut. Die Kleidung ist aus Wachs“, so der pensionierte Geistliche. Die große Engelsfigur hat ihre Geschichte, wie Förster weiter berichtet: „Sie stammt aus Kevelaer in Xanten, Nordrhein-Westfalen. Datiert ist sie auf das Jahr 1925“, so der Lüdelsener. Karmeliten sind die Mitglieder des Ordens der Brüder der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berg Karmel, der um 1150 im Karmelgebirge im Heiligen Land gegründet wurde. Die unbeschuhten Karmelitinnen, vollständig barfüßige Schwestern des Ordens der allerseligsten Jungfrau Maria vom Berge Karmel, die zuweilen auch Discalceatinnen genannt werden, sind der weibliche Zweig des Ordens der Unbeschuhten.

In jener Gestalt und Tradition erscheint offenbar auch der besagte Engel, der nun gemeinsam mit der berühmten Weihnachtskrippen-Ausstellung Hartmut Försters in Lüdelsen zu bestaunen ist. Eine komplett andere Engelsfigur ist die aus filigran gerolltem Zeitungspapier. „Wie kann man nur solch eine Geduld und Fingerfertigkeit aufbringen“, wundert sich Sammler Hartmut Förster über seinen leichtesten Engel, der ursprünglich aus dem fernen Vietnam stammt.

Ganz so euphorisch wie seine Krippen sammelt der Lüdelsener die Engel natürlich nicht, denn die Weihnachtskrippen nehmen seine gesamte Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch. So gesehen ist die Lüdelsener Engelsammlung eher als eine Art Komplementär-Sammlung anzusehen. Die kleinen, geflügelten himmlischen Helfer gelten als Boten der Liebe und Freude. „Engel verbreiten Leichtigkeit und Schönheit. Sie sind Boten, Abgesandte, Lichtbringer, Glücksbringer und Beschützer“, so Förster.

Doch was steckt hinter dem Engelskult? Gemäß dem katholischen Katechismus sind Engel geistige, körperlose, unsichtbare und unsterbliche Wesen. Zudem gelten sie als Diener und Boten Gottes. Engel sind aber auch Vermittler zwischen Gott und den Menschen. Die Wurzeln der Engelsverehrung liegen schon im Judentum.

In der Bibel kommen Engel wörtlich 305 Mal vor. Laut dem Buch Genesis hatten Engel die Aufgabe, den Eingang zum Paradies zu bewachen. Als Beschützer sind sie Teil des Alten Testaments. Im Neuen Testament sind Engel eher die Boten Gottes, welche die Ankunft Jesu verkünden. Was viele nicht wissen: Sogar eine hierarchische Einteilung der Engel in neun Chöre gibt es. Diese Engelschöre werden nochmals in drei Hierarchien untergliedert.

Die Jübarer Erstklässler staunten bei ihrem jüngsten vorweihnachtlichen Besuch im Lüdelsener Krippenmuseum also nicht nur über die Krippen, sondern auch über die Engel von Hartmut Förster.

Von Kai Zuber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare