1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Beetzendorf-Diesdorf

Elternsprecher fordert Aula für die Schule

Erstellt:

Kommentare

Bereits seit 2016 kämpfen Eltern für den Bau einer Aula an der Grundschule „Dr. Georg Schulze“. Mittlerweile ist die Zahl der an der Molmker Straße betreuten Grundschüler auf 144 angewachsen. Die Finanzierung des Projektes gestaltet sich als schwierig. Zudem gibt es einen Investitionsstau in der Verbandsgemeinde.
Bereits seit 2016 kämpfen Eltern für den Bau einer Aula an der Grundschule „Dr. Georg Schulze“. Mittlerweile ist die Zahl der an der Molmker Straße betreuten Grundschüler auf 144 angewachsen. Die Finanzierung des Projektes gestaltet sich als schwierig. Zudem gibt es einen Investitionsstau in der Verbandsgemeinde. © Zuber

Diesdorf. „Explodierende und weiter wachsende Schülerzahlen mit rund 140 Kindern, aber kein einziger vernünftiger Raum für Veranstaltungen. “

Dr. Tino Fuhrmann aus Hohengrieben verfasste Briefe an die Minister Holger Stahlknecht und Marco Tullner.
Dr. Tino Fuhrmann aus Hohengrieben verfasste Briefe an die Minister Holger Stahlknecht und Marco Tullner. © Zuber

Auf diesen kurzen Nenner bringt der Elternsprecher der Diesdorfer Grundschule, Dr. Tino Fuhrmann, das drängendste Problem in der Diesdorfer Bildungseinrichtung „Dr. Georg Schulze“ an der Molmker Straße. „Bereits seit 2016 kämpfen wir als Eltern für den Bau der Aula an der Grundschule“, fasst Fuhrmann zusammen.

Mit dem Beetzendorf-Diesdorfer Verbandsgemeinderat wurde Ende November 2017 beschlossen, Eigenmittel für das Projekt bereit zu stellen, sofern sich eine Fördermöglichkeit bietet. Erste Planungsunterlagen und Kostenschätzungen liegen vor. „Bei der Recherche zu Fördermöglichkeiten für Schulen bin ich auf eine Ankündigung der Bundesregierung für die Bezuschussung in Höhe von 3,5 Milliarden Euro gestoßen“, äußerte Dr. Tino Fuhrmann in einem Brief nach Magdeburg. Der Elternsprecher wandte sich an Innenminister Holger Stahlknecht und Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner.

Aktuell 144 Schüler

Aktueller Stand der Kommunikation mit den Ministerien: Auf Fuhrmanns drängenden Brief hin antwortete zunächst Tobias Kühne, persönlicher Referent des Ministers für Bildung: „Die Absicht des Bundes, in die Schulinfrastruktur zu investieren, mündete Ende Oktober 2017 in einer Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern“, so Kühne und informierte den Diesdorfer Elternsprecher über mögliche Förderziele und Rahmenbedingungen für Grundschulen im Land.

Die Umsetzung in Sachsen-Anhalt erfolge wie in allen Bundesländern gemäß einer eigenen Richtlinie, die sich gegenwärtig in der Prüfung durch den Landesrechnungshof befindet. Anschließend erfolge die Rechtsförmlichkeitsprüfung durch das Justizministerium. Nach der Veröffentlichung könnten dann Anträge von den Schulträgern gestellt werden, so der Referent des Bildungsministers.

Um von dem Programm partizipieren zu können, müssen die Schulträger als „finanzschwach“ definiert sein und einen Eigenanteil von zehn Prozent beitragen. Die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf erfüllt laut Bildungsministerium das Kriterium „finanzschwach“ und könnte voraussichtlich eine Fördersumme in Höhe von etwa 340.000 Euro abrufen. „Ob dies für das beschriebene Vorhaben ausreichend ist und von der Verbandsgemeinde an dieser Stelle eingesetzt werden wird, kann ich an dieser Stelle leider nicht beurteilen“, schrieb Referent Tobias Kühne weiter.

Mitte September wandte sich der Diesdorfer Elternsprecher Dr. Tino Fuhrmann schließlich persönlich an Innenminister Holger Stahlknecht und Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner. Mittlerweile war die Zahl der an der Molmker Straße betreuten Grundschüler auf 144 angewachsen.

Problem Investitions-Stau

In dem Brief an die beiden Minister in Magdeburg versicherte Fuhrmann noch einmal, dass alle Planungsunterlagen für das Bauprojekt „Aula Grundschule Diesdorf“ vorliegen und auch die erforderliche Kostenschätzung. Diese beläuft sich auf rund 700.000 Euro.

Dann rückte Fuhrmann den beiden Ministern mit seinem Kernproblem zu Leibe: Es habe sich nämlich in der Verbandsgemeinde seit 2010 ein Stau von „Investitions-Notwendigkeiten“ ergeben. Vor allem Einrichtungen wie Kitas und Schulen aber auch Feuerwehren sind betroffen. „Diese sind aus eigener Kraft nicht mehr zu stemmen“, betonte der Elternsprecher. Für das Diesdorfer Aula-Projekt war ein Finanz-Gespräch mit der Kämmerei des Altmarkkreises erfolglos geblieben.

„Ich bitte Sie, aktiv einzugreifen, da wir aus der Investitions-Klemme nicht mehr heraus kommen. Irgendwann ist der Nachholbedarf nicht mehr aufholbar und wir haben den Anschluss verloren“, heißt es abschließend im Brief an die Minister.

Von Kai Zuber

Auch interessant

Kommentare