Baubeginn kurzfristig um zirka eine Woche verschoben

Eltern gehen auf die Straße

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Wütende Kita-Eltern gingen gestern mit Trillerpfeifen und Bannern auf die Straße. Grund ist die Baumaßnahme zwischen Dähre und Eickhorst, weswegen die Kita „Waldfrüchtchen“ sechs Wochen nicht mit dem Auto erreichbar ist. 

Dähre. „Denkt an unserer Kinder!“ Ein Appell, mit dem die Eltern der Kita Dähre die Verantwortlichen der Baumaßnahme zwischen Eickhorst und Dähre lautstark wachrütteln wollen, hallte gestern über den Eickhorster Weg.

Mit Bannern und Trillerpfeifen verschafften die Frauen und Männer ihrer Wut bei einer Demo gehörig Luft.

Über den neuen Baustart am 24. April wurden die Eltern mit diesem Aushang in der Kita informiert.

Mit dem offiziellen Baustart wäre die Zufahrt zur Kita „Waldfrüchtchen“ eigentlich seit gestern gesperrt. Eigentlich. So informierte Kreissprecherin Birgit Eurich gestern auf Nachfrage der AZ, „dass die Firma kurzfristig Bescheid gegeben habe, erst am Montag, 24. April, beginnen zu können“. Die Eltern erfuhren davon erst nach der Demo auf einem Aushang in der Kindertagesstätte. Ob nun eine Woche eher oder später: Die Eltern sind angewiesen, ihre Schützlinge in den kommenden sechs Wochen zu Fuß zu bringen – und jeden Tag für den Hin- und Rückweg zirka 40 Minuten mehr einzuplanen. 

„Bei einem Elternabend Anfang April hieß es noch, dass die Straße maximal zwei Tage voll gesperrt ist“, beschwert sich Diana Giebler von den Demo-Organisatoren über das ständige Hin und Her und die schlechte Informationspolitik der Verantwortlichen. Auch auf der Gemeinderatssitzung Anfang vergangener Woche war die Rede von zwei Bauabschnitten, damit die Kita weiter mit dem Auto erreichbar bleibt. Doch am vergangenen Donnerstag entschied der Altmarkkreis: Um Kosten und Zeit zu sparen, wird in einem Stück gebaut.

Die Aussage, Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge wären gewährleistet, zweifeln die Eltern stark an. Denn im Notfall würde die kleine Brücke, über die Feuerwehr und Krankenwagen ausweichen müssten, den Belastungen nicht standhalten, sind die Demonstranten überzeugt und fürchten im Ernstfall um die Sicherheit ihrer Knirpse.

Einzig und allein Dähres Bürgermeister Bernd Hane stellte sich gestern der Kritik, wies allerdings die Verantwortung von sich. „Für das Vorhaben sind die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf und der Kreis zuständig“, erklärte er nach zunächst lautstarker Auseinandersetzung.

Die Demonstranten reagierten enttäuscht, wurden sie doch vom Bauamt an ihren Gemeindechef verwiesen. „Jeder will die Verantwortung von sich schieben“, ist Organisatorin Nadine Hasenbank wütend. Die gesammelten Unterschriften mit der Bitte, einen Kompromiss zu finden, überreichten die Mütter und Väter dem Bürgermeister gestern trotzdem.

Von Melanie Friedrichs

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