Schule in Jübar seit Montag zu / Gestern nur zwei Kinder in der Notbetreuung

„Eltern erkennen den Ernst der Lage“

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Der Hof der Grundschule in Jübar ist seit Montag deutlich leerer als sonst. Gestern kamen nur noch zwei Kinder zur Notbetreuung. Die Schule wurde bis zum 13. April geschlossen, wie alle Schulen und Kitas im Land. Foto: christian reuter

Jübar – Seit Montag sind bis zum 13. April alle Schulen und Kindertagesstätten in Sachsen-Anhalt auf Beschluss der Landesregierung geschlossen. Auch die Grundschule in Jübar ist davon betroffen.

Normalerweise wird die Bildungseinrichtung von 83 Mädchen und Jungen besucht. Am Montag kamen noch fünf, am Dienstag nur noch vier und gestern nur noch zwei Kinder. „Ich finde es gut, dass die Eltern die Ernsthaftigkeit der Lage erkennen. Bisher haben sie alle Verständnis gezeigt“, sagt Schulleiterin Adina Borchert.

Seit Montag gibt es an der Schule nur noch eine Notbetreuung und keinen Unterricht mehr. Wer die Notbetreuung seiner Kinder in Anspruch nehmen wolle, müsse dies mit einer Bescheinigung des Arbeitgebers nachweisen. Nur wenn beide Elternteile in systemrelevanten Berufen arbeiten, zum Beispiel als Ärzte, Krankenpfleger, bei der Feuerwehr oder Polizei oder auch als Erzieher und Lehrer, dürfen sie ihre Kinder noch in der Schule betreuen lassen.

Wir sind nicht dafür da, die Kinder zu bespaßen.

Adina Borchert, Schulleiterin in Jübar, zur Notbetreuung

„Selbst für nur ein Kind müssen wir die Betreuung anbieten“, erklärt Borchert. Diese sei in der Zeit von 7.45 bis 13.15 Uhr gewährleistet. Eine Lehrerin sei dann immer vor Ort. „Wir wechseln uns ab“, sagt die Schulleiterin und weist darauf hin, dass für alle Lehrer eine Dienstpflicht gelte. Sie habe angewiesen, dass alle Kollegen im Home Office arbeiten, auf Abruf aber erreichbar sein müssen.

Und was machen die wenigen Kinder, die noch in der Schule betreut werden? Adina Borchert: „Die Kinder können spielen, basteln, aber auch die Aufgaben für zuhause bearbeiten.“ Ein Kind habe schon gesagt, in der Notbetreuung sei ihm langweilig. „Wir sind aber nicht dafür da, die Kinder zu bespaßen“, betont Borchert.

Damit die Schüler nicht wochenlang den sonst vermittelten Schulstoff versäumen, bekommen sie über die Online-Plattform Emucloud Aufgaben, die sie zu erledigen haben. Jede Klasse habe auf der kostenfrei vom Land bereitgestellten Plattform ihren eigenen Ordner, der Zugang erfolge über einen Link und ein Passwort.

Um die Eltern über die aktuelle Lage auf dem Laufenden zu halten, versende die Schulchefin immer wieder Nachrichten über WhatsApp, jede Klasse habe eine eigene Gruppe, die Verteilung laufe über die Elternvertreter.

Weitere Veränderungen stehen an. So sollen die Schulbusse ab Montag, 23. März, so wie in den Schulferien fahren. Eine weitere Änderung betrifft die Zensuren und Zeugnisse.

„Der Zensurenstopp wird nach hinten verschoben, vom 26. Juni auf den 3. Juli“, informiert Borchert. „Dadurch haben wir eine Woche mehr Zeit, die Zeugnisse fertigzumachen.“ Die Schulferien in Sachsen-Anhalt beginnen am 16. Juli, die Zeugnisse werden am 15. Juli übergeben. Da vorläufig alle Klassenfahrten bis zum 31. Mai abgesagt wurden, sei noch offen, ob die 4. Klasse ihre Abschlussfahrt machen kann. Geplant ist, dass die Mädchen und Jungen vom 15. bis 17. Juni nach Müden in der Lüneburger Heide fahren.

Fest steht dagegen schon jetzt, dass die eigentlich für den 31. März vorgesehene Elternversammlung zum Schulumzug im Dorfgemeinschaftshaus Jübar nicht stattfinden wird. „Sie wird auf unbestimmte Zeit verschoben“, sagt Borchert.

VON CHRISTIAN REUTER

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