Marc Dorendorf: „Seit Montag ist das eine Autobahn“

Ellenberger ärgern sich über Raser und Lkw im Ort wegen Umleitung

Mensch und Straße
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Marc Dorendorf zeigt auf den Verkehrsspiegel am Ortseingang in Ellenberg aus Richtung Wallstawe. Der Anwohner ärgert sich über die Raser, die zurzeit die Straße als Alternative zur offiziellen Umleitung wegen der Baustelle in Wistedt nutzen.
  • Christian Reuter
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Marc Dorendorf aus Ellenberg ist sauer. „Seit Montag ist die Straße wie eine Autobahn. Das geht früh um sechs los und hört erst in der Nacht auf“, sagt der 37-Jährige, der nur wenige Meter von der Straße, die Ellenberg mit Wallstawe verbindet, wohnt.

Ellenberg. Seit Montag, 25. Oktober, wird in Wistedt die Landesstraße 8 saniert (AZ berichtete). Die offizielle Umleitungsstrecke führt über Eversdorf, Klein Wieblitz, Klein Gerstedt, Bombeck, Osterwohle, Henningen und Langenapel. Es scheint, als ob dies für viele Kraftfahrer ein zu weiter Umweg ist. Sie fahren lieber die Strecke von Wallstawe nach Ellenberg und dann bei Langenapel wieder auf die Landesstraße 8. „Die meisten Autofahrer nutzen diesen Weg, und selbst 40-Tonner fahren dort entlang“, klagt Dorendorf.

Dabei darf die Straße nur von Fahrzeugen bis zu 7,5 Tonnen befahren werden, mit Ausnahme von land- und forstwirtschaftlichem Verkehr. Dazu gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h. Er habe sich auch schon an die Polizei gewandt: „Sie haben gesagt, sie können nur kontrollieren, wenn sie Zeit dafür haben. Irgendwo wird der Bürger im Stich gelassen. Zumindest das Tempo sollte eingehalten werden“, zeigt sich der Ellenberger frustriert.

Auf dem Verbindungsweg von Ellenberg nach Wallstawe gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h. Zudem dürfen nur Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen dort entlangfahren.

„Mir war das bisher nicht bekannt, dass diese Strecke als Abkürzung genutzt wird“, erklärt Polizeisprecherin Franziska Hotopp auf AZ-Nachfrage. Sie gebe den Hinweis aber an ihre Kollegen weiter. „Grundsätzlich kontrollieren wir, wenn es Beschwerden gibt“, sagt Hotopp und verweist noch darauf, dass sich Kraftfahrer an die Beschilderung zu halten haben. Ansonsten müssten sie mit Strafen rechnen.

Marc Dorendorf will, dass die Verbindung von Ellenberg nach Wallstawe neben dem land- und forstwirtschaftlichen Verkehr nur noch von Anliegern genutzt werden kann. Dazu wolle er noch ein Gespräch mit Wallstawes Bürgermeister Ralph Jürges führen, der zurzeit im Urlaub sei.

Dorendorf sorgt sich auch um die Kinder, die in Ellenberg wohnen, besonders im Bereich des Dorfgemeinschaftshauses, wo sich auch der Spielplatz befindet. „Da muss Rücksicht gelten“, betont der 37-Jährige. An der Straße, wo er wohnt, stehe schon seit mehreren Jahren ein Verkehrsspiegel, um den Anwohnern die Auffahrt auf die Straße zu erleichtern. „Doch jetzt im Herbst, wo es morgens und abends oft schon recht kalt ist, ist der Spiegel dann beschlagen. Und viele Autofahrer rasen auf der Straße entlang“, empört sich Dorendorf.

Franziska Hotopp von der Salzwedeler Polizei kündigte gestern an, dass am Freitag, 29. Oktober, die Strecke von Ellenberg nach Wallstawe kontrolliert werde. Zumindest an diesem Tag haben Raser dort also schlechte Karten.

Am 29. Oktober sollen auch die Straßenbauarbeiten in Wistedt enden. Marc Dorendorf und alle anderen Ellenberger hoffen, dass es dann endlich wieder ruhiger und sicherer im Ort wird.

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